Freizeitwohnsitze: Projektentwickler für Imagekorrektur

Freizeitwohnsitze: Projektentwickler für Imagekorrektur
Die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) will dem schlechten Image von Ferienhäusern etwas entgegensetzen.

Freizeitwohnsitze haben ein schlechtes Image. Schließlich ist die Nachfrage in manchen Tourismusgemeinden und Wintersportorten viel größer als das Angebot und das treibt die Wohnungspreise nach oben. In einigen Orten hat die Errichtung von Chaletdörfern und Einfamilienhäusern in alpinem Stil überhand genommen. Die Folge ist, dass in manchen Gemeinden die dort ansässige Bevölkerung sich keine Wohnung mehr leisten kann.

Ferienimmobilien:Hohe Wertschöpfung

Mit diesem Thema setzt sich die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) mit hierzulande 46 Mitgliedern aktuell auseinander. Denn die Unterkünfte, die nicht ganzjährig und vor allem für Urlaube genutzt werden, tragen zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung bei, wie aus einer Erhebung des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervorgeht.

Im Bestand Kombi aus Luxus und leistbar

Die Kombination aus modernen Ferienwohnungen, Hotelbetten und günstigen Wohnungen für die ansässige Bevölkerung etwa in einem Bestandsgebäude zu errichten, das schwebt den Mitgliedern der VÖPE vor. Die Wohnungen für die Bevölkerung sollen dabei um rund 25 Prozent günstiger sein, bei den Kaufpreisen orientiert man sich an jenen für geförderte Wohnungen. Diese können je nach Bundesland unterschiedlich hoch sein.

Freizeitwohnsitze: Projektentwickler für Imagekorrektur

Städte und Gemeinden könnten von derlei umfassend und nachhaltig geplanten Projekten profitieren, ist VÖPE-Präsidiumssprecher Andreas Köttl überzeugt. Das IHS durchleuchtete auch, welche Wirtschaftssektoren besonders profitieren. Ferienwohnungen bekommen vor allem der Einzelhandel, die Gastronomie und lokale Handwerksbetriebe in positiver Weise zu spüren. Ein Projekt nach dem Modell, wie es sich die VÖPE wünscht, wurde bereits in Tegernsee umgesetzt: Mit Luxus-Ferienwohnungen, Hotelzimmern und einigen günstigeren Wohnungen.

Wird kaum mehr unterschieden zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz 

Durch die Pandemie gibt es die Differenzierung zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz nicht mehr, da auch mitunter zwei oder drei Tage die Woche am Nebenwohnsitz gearbeitet wird. „Für ganz viele Menschen gibt es keinen eindeutigen Lebenswohnsitz mehr“, ist VÖPE-Geschäftsführer Sebastian Beiglböck überzeugt. Hier sei es nötig, umzudenken. „Es gibt neue Lebensmodelle, die die Politik aufgreifen muss“, betont der VÖPE-Geschäftsführer im Hinblick auf den Finanzausgleich des Bundes an die Gemeinden.

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