© Wien Energie / Christian Fürthner

Wirtschaft
05/26/2020

IEA mahnt Österreich bei Energiewende zur Eile

Transport und Gebäudeheizungen sind demnach Problemfelder, auch das Dieselprivileg ist in der Kritik.

Österreich muss den Ausstieg aus der kohlenstoffbasierten Wirtschaft deutlich beschleunigen, um bis 2040 seine Energieziele zu erreichen, mahnt die Internationale Energieagentur IEA. Um wie geplant 10 Jahre früher als von der EU verlangt CO2-neutral zu werden, müssen die Anstrengungen in allen Bereichen des Energiesystems verstärkt werden. Ganz besonders gelte dies für Heizung und Transport.

Seit 2014 sind die CO2-Emissionen in Österreich sogar gestiegen, erinnert die IEA in ihrem am Dienstagnachmittag veröffentlichten Länderbericht zu Österreich.

Transport und Heizung

Treibende Kraft dieser Entwicklung war der Energieverbrauch in Gebäuden und im Verkehr. Um in Gebäudebereich Erfolge zu erzielen, wäre auch eine Harmonisierung der Standards zwischen den Bundesländern wichtig, sagte IEA-Generalsekretär Fatih Birol am Dienstagnachmittag in einer Videokonferenz mit Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne). Österreich hätte viel Potenzial, um den Gebäudebestand energieeffizienter zu gestalten, da ein großer Teil sehr alt sei.

Die IEA begrüßt den Plan der österreichischen Regierung, Öl- und Kohleheizungen bis 2035 auslaufen zu lassen und lobt das Bekenntnis zu einer umfassenden Steuerreform, die Kostenwahrheit für CO2 in jenen Sektoren bringen soll, die vom Emissionshandel der EU nicht umfasst werden.

Ökologisches Konjunkturpaket

Ein weiterer Wunsch der IEA ist die ökologische Gestaltung des geplanten Konjunkturpakets nach der Coronakrise. Bei der Schaffung von Arbeitsplätzen müsse man auf saubere Energieträger achten. Und schließlich fordert die IEA eine klare Preistafel für die Nutzung von CO2.

Gewessler versicherte im Gegenzug, dass die Forderungen der IEA zum Konjunkturprogramm im Wesentlichem dem entsprechen, was die Bundesregierung ohnehin geplant habe. Sie verwies auf die Steuerreform, die in zwei Schritten Anfang 2021 und Anfang 2022 umgesetzt werden und ökologische Elemente beinhalten solle.

Außerdem sei für Anfang 2021 das Gesetz zu Erneuerbaren Energieträgern geplant, das die Basis dafür legen soll, dass in Österreich Strom 2030 nur mehr aus erneuerbaren Quellen produziert wird. Das ganze Gesetzespaket zur Energie werde die Produktion von 5 TWh erneuerbarem Gas bis 2030 festschreiben.

Dieselprivileg

Konkret würde sich die IEA von Österreich wünschen, dass das Dieselprivileg fällt und der Diesel-Preis so steigt, dass der CO2-Gehalt berücksichtigt wird. Die Konsumenten sollten auf der Energierechnung transparent erkennen können, wie viel CO2-Ausstoß sie verursachen - auch bei der Raumheizung, nicht nur im Transport. Die Schweiz wäre ein Vorbild, wie Energiesteuern zweckgebunden wieder investiert werden können, etwa in Solaranlagen, bessere Heizung oder Gebäudeisolierung.

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