Hotel Stefanie

© Kurier / Gilbert Novy

Wirtschaft
11/19/2021

Hotellerie fordert Kurzarbeit ab dem ersten Tag

Kraus-Winkler: Saisonbetriebe verlieren sonst Beschäftigte - Arbeitsministerium: Branchenlösung ist rechtlich nicht möglich.

Die Hotellerie forderte angesichts des neuerlichen Lockdowns, der mitten in die Vorbereitung der Wintersaison falle, eine neue Regelung für Kurzarbeit: Die Kurzarbeit solle bereits ab dem ersten Tag eines Beschäftigungsverhältnisses möglich sein, denn man müsse die Mitarbeiter jetzt oder in den nächsten Wochen einstellen, damit die Hotels nach dem Lockdown überhaupt öffnen können, sagte WKÖ-Hotellerie-Obfrau Susanne Kraus-Winkler zur APA.

Personalfluktuation

Derzeit werde mindestens ein volles Monat Beschäftigung für Kurzarbeit vorausgesetzt. "Wir fordern, dass in diesem außergewöhnlichem Fall Kurzarbeit ab dem ersten Tag möglich ist", so die Spartenobfrau. Die Leute würden sich sonst in anderen Branchen eine Beschäftigung suchen und würden dann nach dem Lockdown nicht mehr in der Hotellerie arbeiten wollen, fürchtet sie. Die Wintersaison beginne je nach Lage und Höhe im letzten Novemberdrittel bis zu einer Woche vor Weihnachten. Die Hotels bräuchten aber alle eine gewisse Vorbereitungszeit zum Einarbeiten der Beschäftigten.

Vom Arbeitsministerium kommt dazu umgehend eine Absage: Eine branchenspezifische Lösung für die Kurzarbeit gehe aus beihilfenrechtlichen Gründen nicht. "Das dürfen wir nicht", so ein Sprecher des Ministeriums zur APA. Wenn man dieses Erfordernis streichen würde, dass jemand bereits ein Monat beschäftigt sei, müsste man es für alle streichen. Es gebe aber diverse andere Hilfsinstrumente für Unternehmen.

 

Für die besonders betroffene Stadthotellerie werde man eine Verlängerung der Kurzarbeit über die 24 Monate brauchen, so Kraus-Winkler. Diese seien nun besonders von Stornos ausländischer Gäste betroffen.

Offene Fragen

Grundsätzlich hoffe man auf die Stammgäste, die nach dem Lockdown einen Winterurlaub machen wollen. Die Hotels müssten derzeit extrem flexibel mit Stornierungsfristen sein, wenn sie ihre Gäste halten wollen. Viele würden auch in andere Winterdestinationen wie Südtirol, die Schweiz oder Frankreich wechseln. Bayern hingegen sei in einer ähnlichen schwierigen Lage wie Österreich, nur ohne Lockdown.

Es gebe noch viele offene Fragen, etwa betreffend Geschäftsreisender oder Gästen mit dringendem Wohnbedarf. Auch die Verlängerung der Überbrückungskredite und die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge seien Themen. Diese werden sich hoffentlich bald klären, so die Spartenobfrau.

Harte Worte kamen heute von der Hoteliervereinigung (ÖHV). "Dieser Lockdown hätte wohl verhindert werden können. In jedem Fall hätte er besser vorbereitet werden müssen", so Präsidentin Michaela Reitterer. So seien die Wirtschaftshilfen "über Nacht und ohne Einbindung von Praktikern beschlossen worden". "Dass sich das Ergebnis stark von dem unterscheidet, was die Betriebe in der Praxis benötigten, kann da auch niemanden wundern", kritisierte Reitterer.

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