© Mayr Melnhof Holz

Wirtschaft
01/03/2020

Holz soll Wunderwaffe gegen Klimawandel werden

Mayr-Melnhof-Holz-Chef Richard Stralz sieht die Vermeidung von Plastik und Zement als Ausweg aus der Klimaerwärmung.

Der steirische Holzkonzern Mayr-Melnhof Holz wird 2019 nach einem schwierigen Jahr zwar einen Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 670 Millionen Euro verzeichnen, der Gewinn soll laut Vorstandsvorsitzendem Richard Stralz aber über den 66 Millionen Euro des Vorjahres liegen. „Speziell im Schnittholzbereich ist der Markt heuer mehr und mehr unter Druck gekommen“, so Stralz.

Bewegung

Die große Einschnittmenge des Schadholzes habe der Markt nicht mehr aufnehmen können, weshalb es mit dem Preis bergab gegangen sei. Dank hoher Auslastung und günstiger Fixkostensituation stieg der Gewinn dennoch. Langsam komme wieder Bewegung in die Preisentwicklung, da die Versorgung schlechter werde. Wegen der Schneemengen und der Unwetter sei weniger geerntet worden.

Durch Wind, Schnee oder Borkenkäfer beeinträchtigtes Schadholz lässt sich – anders als viele annehmen – noch verwenden, sagt Stralz. „Die Frage ist nur, wann es geerntet wurde.“ Borkenkäferholz lasse sich noch fast vollständig verarbeiten, wenn der Baum rasch umgeschnitten wurde. Steht der Baum jedoch lange, so sei er „tot“.

Die Märkte haben sich im abgelaufenen Jahr für Mayr-Melnhof Holz zufriedenstellend entwickelt. Österreich und Deutschland liefen sehr gut, die Levante, der Ferne Osten und China standen zwar auf der Bremse, dafür blieben die US-Exporte stabil. Der italienische Markt sei dagegen noch immer schwach. Die Bauwirtschaft sei dort am Boden, und es gebe keine Anzeichen, dass sich das bald ändern werde.

Großer Hebel

Auf den Klimawandel sieht sich Stralz gut vorbereitet. „Es ist klar, dass es ihn gibt. Die Holzwirtschaft ist ein Teil der Lösung.“ Holz binde nicht nur Kohlenstoff über Jahrzehnte, sondern könne ihn auch verhindern. „Die Vermeidung von Stoffen wie Zement oder Plastik ist ein noch größerer Hebel. Fast das Doppelte, was Holz binden kann, kann dadurch eingespart werden“, sagt Stralz.

Trotz Klimawandels stehe die heimische Holzindustrie nicht vor dem Nichts. Der Wald werde sich wandeln. „Es wird weiterhin genügend Gegenden mit Fichten geben, natürlich wird sich die Zusammensetzung der Baumarten, speziell in niederen Lagen, ändern.“ Vor allem der Laubanteil werde in den kommenden Jahren zunehmen.

Die Fichte hat für die Holz- und Forstwirtschaft positive Eigenschaften, weil sie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat, sagt Stralz. Man werde sie auch in der Steiermark weiter anbauen können. Die Veränderung des heimischen Baumbestandes werde sich über Jahrzehnte strecken. „Sie wird kommen, aber nicht über Nacht.“

Preisfrage

Den Umsatz möchte er erneut steigern, eine Prognose zum Gewinn wäre jedoch Kaffeesudlesen. Der Rohstoffanteil sei bei den Kosten sehr hoch, und wie sich dort die Preise entwickeln, lasse sich nicht sagen.

Um sich für die kommenden Herausforderungen entsprechend aufzustellen, investiert Mayr-Melnhof in ein Brettsperrholz-Werk und in eine neue Kommissionierung. Die Pelletierung soll ebenfalls ausgeweitet, die Trockenkapazitäten und der Bereich Biomasse sollen ausgebaut werden. Das Unternehmen beschäftigt 2.000 Mitarbeiter, die Zahl soll stabil bleiben.

Abkühlung

Sein Ausblick für 2020 ist eher vorsichtig. „Das allgemeine konjunkturelle Umfeld wird sich weiter abschwächen, aber man darf nicht zu negativ ins nächste Jahr schauen.“