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Wirtschaft
05/27/2021

Hochrisikoland Kroatien? "Völlig unverständlich"

Valamar Riviera. Der Aufsichtsratschef der Hotelgruppe mit 22.000 Gästebetten in Kroatien über Restriktionen und ausgebuchte Plätze

von Simone Hoepke

Aus Sicht von Gustav Wurmböck ist es ein einziges Ärgernis, dass Österreicher bei der Rückreise aus Kroatien nach wie vor in Quarantäne müssen: „Die 7-Tages-Inzidenz ist vergleichbar mit jener von Frankreich oder Slowenien – und damit mit Ländern, bei denen die Quarantäne-Pflicht bereits gefallen ist“, sagt der Aufsichtsratschef der Valamar-Riviera-Gruppe, die 36 Hotels und 15 Campingresorts in Kroatien betreibt. „Es ist völlig unverständlich, warum Kroatien aus Sicht von Österreich noch immer ein Hochrisikoland ist. Die Zahlen sinken, bei den Impfungen ist man so weit wie in Österreich und gleichzeitig bei ist die kroatische Regierung bei den Lockerungen der Corona-Regeln sogar vorsichtiger.“

Wurmböck geht davon aus, dass die aktuellen Quarantäne-Regeln Ende des Monats fallen werden – schon allein, weil Kroatien demnächst auch auf EU-Ebene als sicher eingestuft wird, sagt er. Dass die Nachfrage nach Kroatien-Urlauben da ist, steht für Wurmböck jedenfalls außer Frage. Das habe man auch in Deutschland gesehen, wo die Buchungen zuletzt sprunghaft angestiegen sind, als die Reisewarnung kürzlich gefallen ist. Ähnliches sei für Österreich zu erwarten.

Wichtigste Gästenation der Hotelgruppe ist übrigens Österreich mit einem Anteil von durchschnittlich 15 Prozent. „Wobei es in Istrien deutlich mehr und in Dalmatien weniger sind, weil wir hier viele Fluggäste aus Großbritannien oder Frankreich haben.“ Normalerweise, wenn nicht gerade eine Pandemie den Flugverkehr mehr oder weniger zum Erliegen bringt und dazu führt, dass viele Hotels noch geschlossen sind.

Flieger nach Dubrovnik

In Dubrovnik hat Valamar Riviera beispielsweise fünf Hotels, wovon derzeit nur ein einziges geöffnet hat. „Im Juni folgen zwei weitere, eventuell im Juli die anderen“, sagt Wurmböck, der über Epic-Invest 20 Prozent an der Hotelgruppe hält. Damit ist er mit seinem Partner Peter Goldscheider (ebenfalls 20 Prozent) der größte Anteilsinhaber. In den kroatischen Tourismusmarkt sind die beiden österreichischen Investoren 1996 mit einem Privatisierungsfonds eingestiegen. Schließlich wurden zu dieser Zeit viele ehemals staatliche Anlagen und Immobilien privatisiert.

Heute verfügt Valamar Riviera über 22.000 Gästebetten in Kroatien und kann auf seinen Campingplätzen weitere 36.000 Gäste unterbringen. Im letzten Vor-Corona-Jahr, also 2019, lag der Umsatz bei 270 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei 100 Millionen Euro. Die Pandemie setzte der Erfolgsgeschichte vorerst ein Ende. „2020 sind die Umsätze um 70 Prozent eingebrochen, auch wegen der Quarantänevorschriften Österreichs“, sagt Wurmböck. Das Land habe dazu gelernt, die große Party ist abgesagt – Angst vor Clustern müsse man diese Saison nicht haben, ist er überzeugt.

Kein Platz am Platz

Wer sich kurzfristig entschließt, heuer Urlaub auf einem Campingplatz der Gruppe zu machen, könnte enttäuscht werden. „Vor allem im Juli und August sind wir schon jetzt so gut wie ausgebucht“, sagt Wurmböck. Von einer Rekordsaison sei aber nicht auszugehen. „Schon allein, weil wir wegen der Corona-Vorsichtsmaßnahmen nicht mit einer 100-prozentigen Belegung auf den Campingplätzen und in den Hotels arbeiten.“

Die Tourismusgruppe kann insgesamt bis zu 58.000 Gäste in ihren 36 Hotels und auf ihren 15 Campingplätzen in Kroatien beherbergen. Der Umsatz 2019 lag bei 270 Mio. Euro.

In Österreich hat Valamar Riviera – hinter der federführend österreichische Investoren stehen – nur ein Hotel in Obertauern. Mögliche Zukäufe seien aber auch hierzulande nicht ausgeschlossen, sagt Aufsichtsratschef Gustav Wurmböck

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