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Politik Ausland
05/27/2021

Russland verweigerte Genehmigung für Austrian-Flug nach Moskau

Die Maschine hätte Weißrussland umfliegen sollen, doch die Flugroute passte Moskau nicht. "Nicht nachvollziehbar", sagt das Außenministerium.

Nach einer russischen Behördenschikane hat die AUA den für Donnerstagvormittag geplanten Linienflug OS601 aus Wien nach Moskau absagen müssen. Die Maschine der österreichischen Fluggesellschaft hätte aufgrund einer Empfehlung der EU-Agentur für Luftsicherheit EASA Weißrussland umfliegen sollen.

"Eine Änderung von Flugrouten muss behördlich genehmigt werden. Die russischen Behörden haben uns diese Genehmigung nicht erteilt", erklärte eine Sprecherin.

Im für Zivilluftfahrt zuständigen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) sei man über die Situation informiert, bestätigte ein Ministeriumssprecher. Noch am Montag hatte ein AUA-Flug nach Moskau und retour nach Wien problemlos Weißrussland umfliegen können, dafür waren auch die nötigen Bewilligungen erteilt worden. Am Mittwoch und auch am Donnerstag wurden jedoch Air France-Flüge von Paris nach Moskau gecancelt, nachdem keine russische Genehmigung erteilt worden war.

Reaktion aus Wien

„Die russische Reaktion ist für uns absolut nicht nachvollziehbar“, heißt es dazu aus dem Außenministerium. Das sei auch dem russischen Botschafter kommuniziert worden, bestätigte Außenminister Alexander Schallenberg vom Treffen mit seinen Amtskollegen in Lissabon.

Wie am späten Nachmittag aus diplomatischen Kreisen zu erfahren war, war Wien-Moskau nicht der einzige von russischen Schikanen betroffene Flug von Austrian. Auch die für Donnerstag geplante Cargo-Verbindung aus Wien in das chinesische Nanjing musste aus den gleichen Gründen gecancelt werden.

Das Moskauer Zeitung RBK deutete am Donnerstagabend (Onlineausgabe) eine baldige Lösung an. Mit Verweis auf einen anonymen russischen Branchenvertreter berichtete sie von einer laufenden Beratung in der Zivilluftfahrtbehörde Rossawiazii, bei der die Genehmigung veränderter Flugrouten europäischer Fluggesellschaften unter Umgehung Weißrusslands besprochen werde. 

Die Vorgeschichte

Als Reaktion auf die Zwangslandung eines Ryanair-Flugs aus Athen nach Vilnius in Minsk hatte die EU Einschränkungen für den zivilen Flugverkehr verkündet. Die Fluggesellschaften mieden seit Montag den Luftraum über Weißrussland. 

Die Behörden des autoritär geführten Landes hatten am Sonntag das Ryanair-Flugzeug mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in Minsk gezwungen - angeblich wegen einer islamistischen Bombendrohung der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Ein Hamas-Sprecher wies dies jedoch als „absurd“ zurück. Ziel der Aktion war offensichtlich, den regierungskritischen Blogger Roman Protassewitsch, der sich an Bord der Maschine befand, festzunehmen.

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