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Wirtschaft
12/20/2021

Herba Chemosan: Manager stemmen Milliardendeal

Manager übernehmen Arzneimittel-Logistiker, Raiffeisen Oberösterreich steigt als Finanzpartner ein.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Auf dem österreichischen Pharma-Markt ist eine milliardenschwere Übernahme über die Bühne gegangen. Die Herba-Chemosan-Gruppe mit Sitz in Wien-Simmering, Marktführer in der heimischen Arzneimittel-Logistik, hat den Eigentümer gewechselt. Der US-Großkonzern McKesson ist nach mehr als 20 Jahren als Alleineigentümer ausgestiegen. Im Gegenzug hat das bisherige Management um Andreas Windischbauer, Andreas Janka und Maximilian von Künsberg-Sarre 51 Prozent der Anteile an Herba Chemosan übernommen, 49 Prozent hält nun die Invest AG, die Private-Equity-Gesellschaft der Raiffeisenbankgruppe Oberösterreich.

„Die Herba-Chemosan-Gruppe spielt in Österreich eine sehr wichtige Rolle bei der Versorgung mit Medikamenten, medizinischen Produkten und jetzt in der Pandemie auch bei der Verteilung von Covid-Impfstoffen“, sagt Heinrich Schaller, Generaldirektor der RLB Oberösterreich. „In einem derart sensiblen Bereich, wo es um die medizinische Versorgungssicherheit in Österreich geht, sind natürlich auch die Eigentümerverhältnisse ein wichtiger Punkt. Daher freut es uns ganz besonders, dass wir dazu beitragen können, dass sich dieses Unternehmen künftig in heimischer Hand befindet.“

Auch für Herba-Chemosan-Chef Andreas Windischbauer ist das ein ganz besonderer Deal: „Wir freuen uns, gemeinsam mit der Invest AG durch die Rückholung kritischer Infrastruktur im Bereich der Medikamentenversorgung Geschichte zu schreiben.“

Der Deal muss aber erst von der Bundeswettbewerbsbehörde abgesegnet werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Finanziert wird die Übernahme aus einem Mix aus Eigen- und Fremdkapital.

„Das Management bekommt die Chance, mit einem relativ geringen Kapitaleinsatz zum Kaufpreis wirtschaftlich relevante An-teile zu erwerben“, sagt Gernot Hofer, Vorstand der Invest AG zum KURIER. Die Invest AG bleibt im Schnitt fünf bis zehn Jahre beteiligt, es können aber auch schon einmal 30 Jahre werden. Es bestehe kein Abschichtungsdruck.

Der Konzern

Die Herba-Chemosan-Gruppe wurde 1916 gegründet und ist über die Jahrzehnte durch Übernahmen stark gewachsen. Sie beschäftigt heute 1.000 Mitarbeiter an acht Standorten in Österreich sowie je einem in Tschechien und der Schweiz. Der Marktanteil beträgt 43 Prozent.

Über die Tochter „Aewige ärztliche WirtschaftsgmbH“ werden Hausapotheken von Ärzten beliefert. Herba Chemosan ist an sieben Apotheken beteiligt. Der Jahresumsatz beträgt rund 1,5 Milliarden Euro, davon entfallen 1,26 Milliarden Euro auf die Herba-Chemosan-Apotheker-AG und 290 Millionen Euro auf die Tochter Sanova Pharma.

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