Die Investitionen in die Gas- und Ölförderung dürften nach den jahrelangen Sanktionen stark ansteigen

© REUTERS/RAHEB HOMAVANDI

Mittelfristig
07/14/2015

Heimische Wirtschaft hofft auf eine Milliarde Export in den Iran

Gute Chancen für den Ausbau der Infrastruktur und Ausrüstung für die Industrie.

von Franz Jandrasits, Irmgard Kischko

Die Einigung im Atomstreit zwischen dem Westen und dem Iran dürfte den Industriestaaten einen kräftigen Wachstumsimpuls bescheren. Allein die Exportgroßmacht Deutschland erwartet in den nächsten drei, vier Jahren eine Vervierfachung ihrer Exporte auf rund 10 Milliarden Euro.

Verfünffachung

Auch Österreich ist optimistisch: Die Wirtschaftskammer hofft, dass sich die rot-weiß-roten Lieferungen in vier bis fünf Jahren auf rund eine Milliarde Euro verfünffachen könnten. Gute Chancen sieht der stellvertretende Wirtschaftsdelegierte in Teheran, Thomas Moschig, vor allem in der Infrastruktur, bei Industrieausrüstungen, in der Abfallwirtschaft, aber auch bei erneuerbaren Energien. In diesen Sparten werde spätestens ab 2016 viel investiert werden, nach den Sanktionen habe das Land riesigen Nachholbedarf.

Erste Erfolge gibt es bereits: Nach einem Anstieg der österreichischen Exporte um 16 Prozent auf 214 Millionen Euro im Vorjahr stiegen die Ausfuhren im 1. Quartal 2015 um 67 Prozent. Hauptausfuhrgüter waren Maschinen und Pharmazeutika.

Die Unternehmen selbst halten sich mit konkreten Ankündigungen vorerst zurück. Die teilstaatliche OMV – die unter dem niedrigen Ölpreis wegen der höheren Förderung im Iran leiden dürfte – hätte Chancen, frühere Förderpläne im Pars-Gasfeld im Südiran doch noch zu realisieren. Offiziell freilich hüllt sich die OMV in Schweigen. "Es ist ein positives Signal", kommentiert Konzernsprecher Johannes Vetter den Atom-Deal, "für Schlüsse daraus ist es noch zu früh."

Eher vage bleibt auch der rot-weiß-rote Ölfeld-Ausrüster Schoeller Bleckmann, der praktisch alle großen Ölbohrunternehmen weltweit beliefert. SBO-Chef Gerald Grohmann: "Ich rechne damit, dass der Iran große Investitionen tätigen wird. Die US-Ölservicegesellschaften, die alle unsere Kunden sind, sind die erste Adresse für iranische Öl- und Gasprojekte."

Das G’riss um Aufträge löst ein Wettrennen der Staatsbesucher aus: Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will diesen Sonntag in Teheran sein, Österreichs Präsident Heinz Fischer will als erster Präsident eines EU-Landes in den Iran reisen.

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