Hartwig Löger.

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Wirtschaft
11/12/2019

Hausdurchsuchungen bei Hartwig Löger und Josef Pröll

Und auch bei Staatsholding ÖBAG. Grund ist die Casinos-Affäre rund um Finanzvorstand Peter Sidlo.

Am Dienstagvormittag fand in der Causa um Casinos-Finanzvorstand Peter Sidlo eine Hausdurchsuchung bei der staatlichen Beteiligungsholding ÖBAG statt. Dies bestätigte ÖBAG-Aufsichtsratschef Helmut Kern auf Anfrage von profil. Die ÖBAG hält 33,24 Prozent der Anteile an den Casinos. Die Ermittler gehen dem Verdacht der Bestechung und der Bestechlichkeit in der so genannten Casinos-Affäre nach.

Seit einigen Monaten ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Zusammenhang mit den Casinos Austria. Unter anderem geht es dabei um die Bestellung des Ex-FPÖ-Bezirksrats Peter Sidlo zum Finanzvorstand des teilstaatlichen Glücksspielunternehmens, obwohl ihm laut Einschätzung eines Personalberaters dafür die Qualifikation fehle.

Sidlo informierte die Notenbank von seiner Entscheidung

Die Justiz geht dem Verdacht nach, ob Sidlo den Job aufgrund einer politischen Absprache erhalten hat. Vor einigen Wochen gab es diesbezüglich bereits Razzien bzw. Nachschauen bei Heinz Christian Strache, Johann Gudenus und im Finanzministerium.

Laut Presse fanden zudem Hausdurchsuchungen beim ehemaligen ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger, bei dessen seinerzeitigem Generalsekretär im Ministerium, dem nunmehrigen ÖBAG-Chef Thomas Schmid, sowie beim Aufsichtsratspräsidenten der Casinos Austria, Walter Rothensteiner statt. Und auch bei Josef Pröll – er ist stellvertretender Aufsichtsratspräsident der Casinos Austria.

In einer Aussendung hält die ÖBAG fest, dass sie in keiner Weise als Beschuldigte davon betroffen sei, mit den ermittelnden Behörden vollinhaltlich kooperiere und sämtliche gewünschten Unterlagen freiwillig den Behörden übergeben habe. Zudem sei weder die ÖBAG noch deren Vorgängergesellschaft ÖBIB in die Vorstandsbestellung von Peter Sidlo eingebunden gewesen.