Hängepartie bei der Abstimmung über die weitere Zulassung von Glyphosat

Demonsatrion für ein Verbot von Glyphosat in Wien.
Die Befürworter der Anwendung von Glyphosat dürfen trotz Protesten hoffen.

Es gab auch diesmal keine Mehrheit in der EU. Dabei hatte die EU-Kommission die Zeitspanne für die weitere Zulassung des Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat von zehn Jahren auf fünf Jahre verkürzt. Österreich hat gegen eine Verlängerung gestimmt. Nun wird ein Vermittlungsverfahren gestartet und die EU-Kommission wird einen neuen Vorschlag ausarbeiten. Die Zulassung für Glyphosat endet am 15. Dezember dieses Jahres.

Die EU-Kommission hat die Möglichkeit, auch ohne Mehrheit eine Verlängerung zu beschließen. Allerdings wünscht sich die Kommission eine breite Unterstützung. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt hat der EU-Kommission trotz Widerstandes des deutschen Umweltministeriums seine Unterstützung zugesagt.

Verlängerung

Die wahrscheinlichste Variante ist, dass ein modifizierter Vorschlag der EU-Kommission eine Verlängerung der Zulassung ermöglicht.

Glyphosat wird verwendet, um unerwünschte Pflanzen von den Feldern zu entfernen, bevor die Nutzpflanzen zu wachsen beginnen. Es gibt derzeit kein alternatives Herbizid mit einer ähnlich breiten Wirkung. Die Alternative wäre eine Kombination von anderen Herbiziden oder die Entfernung der unerwünschten Pflanzen durch mechanische Methoden wie Pflügen. Das steigert allerdings den CO2-Ausstoß. Ein Verzicht auf Glyphosat ohne Alternativen würde zu deutlichen Ertragseinbußen in der Landwirtschaft führen.

Die Substanz könnte krebserregend sein. Bei der in der EU erlaubten Form der Anwendung ist das Risiko, durch Glyphosat an Krebs zu erkranken, geringer als durch den Konsum von Wurst oder Schinken. Die beiden Nahrungsmittel gelten als sicher krebserregend.

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