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Millionenpleite
10/03/2019

Gutschein-Debakel bei insolventer DailyDeal stößt Kunden sauer auf

Definitiv nicht mehr eingelöst werden Gutscheine für direkte Guthaben bei DailyDeal. Laut VKI müssen die Kooperationspartner Gutscheine jedoch einlösen.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

In der KURIER-Redaktion häuften sich gestern, Mittwoch, die Beschwerden über das insolvente Gutschein-Onlineportal DailyDeal. Ein Beispiel: Markus P. hat über die Plattform einen Gutschein für einen Restaurantbesuch gekauft. Doch das Restaurant lehnt es jetzt ab, den erstandenen Gutschein anzunehmen bzw. einzulösen.

Das ist kein Einzelfall. Es gibt aber auch Beschwerden von Kooperationspartnern, sprich Gewerbetreibenden über die schleppenden Zahlungen von DailyDeal - vor der Insolvenz.

Außerdem teilte die Insolvenzverwalterin Ulla Reisch am Mittwochnachmittag mit, dass sie sehr wohl der Ansicht ist, dass die DailyDeal-Kooperationspartner (Restaurants, Friseure, Kosmetiksalons, Reiseunternehmen, Seminaranbieter) zur Einlösung der bereits bezahlten Gutscheine verpflichtet sind.

Diese Ansicht teilt auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Obwohl Gutscheine des insolventen Schnäppchenportals DailyDeal weiter gültig sind, gibt es Kooperationspartner, die das Einlösen verweigern - zu Unrecht", heißt es vom VKI. Verweigern die Kooperationspartner die Einlösung eines gültigen Gutscheins, und entsteht dem Kunden dadurch ein Schaden, und die Kooperationspartner werden schadenersatzpflichtig.“ Siehe unten auch rechtliche Stellungnahme der Insolvenzverwalterin Ulla Reisch.

Doch für diese Rechtsansicht können sich viele DailyDeal-Kunden derzeit nichts kaufen. Sie sind de facto auf die Kulanz der Kooperationspartner angewiesen. Definitiv nicht mehr eingelöst werden Gutscheine für direkte Guthaben bei DailyDeal. Die betroffenen Inhaber können den Kaufpreis als Forderung im Insolvenzverfahren anmelden.

Schlechte Karten

Wenn ein Kunde einen Gutschein für ein DailyDeal-Guthaben um 100 Euro gekauft hat, erhält er am Ende im Sanierungsverfahren 20 Prozent Quote, sprich 20 Euro. Sowohl im Sanierungsverfahren als auch im Konkursverfahren sind für die Forderungsanmeldung noch 23 Euro Gerichtsgebühr fällig. Dann ist eine Anmeldung wirtschaftlich in vielen Fällen nicht mehr sinnvoll.

Vertragsrücktritt und neue Klauseln

Insolvenzverwalterin Reisch wird die Online-Plattform, die auf 1,17 Millionen Euro Schulden sitzt, vorerst fortführen. Sie teilt den Daily-Deal-Geschäftspartnern via Homepage mit:

"Ich erkläre hiermit, dass ich - in meiner Eigenschaft als Insolvenzverwalterin - von diesem Kooperationsvertrag betreffend sämtlicher Gutscheine, welche vor Insolvenzeröffnung (Anmerkung: 1. Okt. 2019 ) von der DailyDeal GmbH vermittelt und von Endkunden bezahlt wurden, zurücktrete", heißt es in dem Schreiben (siehe Faksimile). Betreffend Gutscheine, die ab dem 2. Oktober 2019 vermittelt und von Endkunden bezahlt wurden, erkläre ich den Eintritt in den Kooperationsvertrag".

Doch der Kooperationsvertrag wurde von der Insolvenzverwalterin abgeändert. Sollte der Betrieb von DailyDeal doch geschlossen werden müssen, entfällt eine Kündigungsfrist für die Kooperationspartner.

Einlöseverpflichtung der Kooperationspartner

DailyDeal will im laufenden Sanierungsverfahren Gutscheine von Geschäftspartnern wie eben Restaurants oder Seminarveranstaltern weiter vertreiben. Diese Gutschein-Umsätze sollen dann abzüglich einer Provision jeweils zehn Tage nach Monatsende an den Kooperationspartner überwiesen werden.

"Ich weise Sie auf die aus den bestehenden Vertragsverhältnissen ableitbare Einlöseverpflichtung gegenüber Endkunden und auf die Möglichkeit hin, dass Endkunden diese Einlöseverpflichtung gerichtlich durchsetzen könnten", heißt es weiter in dem Schreiben. Zugleich sollen sich die Kooperationspartner bis 3. Oktober 2019 um 18.00 Uhr mit den Änderungen des Kooperationsvertrages einverstanden erklären und eine Mail mit dem Wort "Einverstanden" an die Insolvenzverwalterin schicken.

Hier finden Sie alle Daten zum Sanierungsverfahren der DailyDeal GmbH:

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