Wirtschaft
21.07.2018

Grüne Ex-Politikerin zieht es in die Energiewirtschaft

Christiane Brunner legte alle politischen Funktionen zurück und sondiert in der Privatwirtschaft.

Nachdem die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig beim Glücksspielkonzern Novomatic an Bord gegangen ist, versucht die nächste grüne Politikerin, auf die Gegenseite zu wechseln. Die langjährige Energie- und Klimaschutzsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, will in der Energiewirtschaft andocken. Wie aus Branchenkreisen zu hören ist, führt Brunner Gespräche mit dem Verbund-Konzern sowie den beiden Landesversorgen Energie Burgenland und Wien Energie.

Die Zeit der ganz großen Konflikte ist zwar vorbei, Freunde sind die Grünen und die Energieversorger aber nach wie vor nicht. Brunner hat im Gegensatz zu Parteikolleginnen die Unternehmen nie frontal attackiert, mit Kritik aber auch nicht gespart, etwa gegenüber Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber beim Thema Energiewende.

Fachlich bringt die Burgenländerin, die einen guten Draht zur Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima ( SPÖ) haben soll, brauchbare Voraussetzungen mit. Brunner studierte in Graz Umweltwissenschaften, war von 2008 bis zum parlamentarischen Exodus der Grünen Ende 2017 im Nationalrat sowie sowie im Bundes- und Landesvorstand. Politisches Know-how kann die E-Wirtschaft gut gebrauchen, beim Leitungsbau ebenso wie bei Wasserkraft-Projekten. Brunner hat in der Partei keine Funktion mehr und auch ihren Blog stillgelegt.

Brunners Vorgängerin als Energiesprecherin der Grünen, Monika Langthaler, hat den Sprung in die Privatwirtschaft geschafft. Die exzellente Netzwerkerin ist mit dem Beratungsunternehmen Brainbows erfolgreich unterwegs. Als Mitinitiatorin der internationalen Non-Profit-Organisation R20 (Regions of Climate Action) brachte sie bereits zweimal Arnold Schwarzenegger nach Wien.