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Fremdenverkehr
05/24/2016

Griechenland-Reisen boomen, Kreta ist eines der Top-Ziele

Die griechischen Tourismusbetriebe leiden aber unter der Erhöhung der Steuern ganz massiv.

von Kid Möchel

Steuererhöhung folgt auf Steuererhöhung, Sparpaket auf Sparpaket. Mit diesem unfreiwilligen Rezept will die Athener Regierung um Alexis Tsipras die Bedingungen der internationalen Geldgeber erfüllen. Heute, Dienstag, entscheidet die Euro-Gruppe, ob sie eine weitere Kredittranche (5,4 Milliarden Euro) an Athen auszahlen wird. Indes wird die griechische Bevölkerung von einer neuen Steuerlast erschüttert. Ab Juni wird die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel von 23 auf 24 Prozent erhöht. Auch Kleidung, Schuhe, Sprit und Fahrkarten für den öffentlichen Verkehr werden teurer.

Vor allem die kleinen und mittleren Tourismusbetriebe kommen immer mehr unter Druck. Ab 2017 müssen sie nicht nur bis zu vier Euro Nächtigungstaxe pro Gast und Nacht abliefern, sondern sie müssen auch eine höhere Sondersteuer für ihre Immobilien berappen.

"Die armen Hausbesitzer, deren Eigenheime weniger als 200.000 Euro wert sind, zahlen künftig weniger", sagt eine griechische Tourismus-Unternehmerin zum KURIER. "Diese Erleichterung müssen aber jene Immobilien-Eigentümer ausgleichen, deren Liegenschaften deutlich mehr wert sind." Die Erhöhung trifft jene Hotelbesitzer und Ferienhäuser-Vermieter im Premium-Segment, deren Immobilien mit 500.000 bis 600.000 Euro bewertet werden. Ab 2017 wird die Sondersteuer für diese Immobilien um 100 Prozent erhöht – von 1500 auf 3000 Euro.

Auch die Sozialversicherungsbeiträge sind mittlerweile fast auf ein Österreich-Niveau gestiegen. Ein selbstständiger Grieche muss 20 Prozent vom unversteuerten Gewinn in die Sozialversicherung einzahlen. "Uns fehlt daher das Geld, um nötige Investitionen vorzunehmen", sagt die Unternehmerin. "Kleine Geschäftsleute halten die Abgabenlast nicht mehr aus. Es werden auch immer öfter private Hotels an große Ketten verkauft." Außerdem gibt es ein weiteres Problem: Die Gästen aus den USA und aus Australien bleiben aus. Grund ist die Terrorsangst, der Krieg in Syrien und die Lage in der Türkei.

Kreta stark gefragt

Trotz der massiven Flüchtlingswelle und den gewaltigen Steuererhöhungen geben die österreichischen Urlauber Griechenland heuer den Vorzug. "Die Buchungen für Griechenland liegen bei uns auf Platz eins, gefolgt von Spanien, Italien, Kroatien und der Türkei",sagt Kathrin Limpel von TUI Österreich zum KURIER. "Man muss aber unterscheiden zwischen dem westlichen und östlichen Griechenland." Verlierer ist die Türkei. Sie ist laut TUI Österreich vom ersten Platz auf Rang fünf zurückgefallen, bei Ruefa sogar auf den sechsten Platz.

Die Ost-Ägäis-Inseln Lesbos, Chios, Kos und Samos sind Opfer der Flüchtlingsströme. Die Buchungen gingen dort um 80 bis 90 Prozent zurück. Dagegen stehen beim österreichischen Verkehrsbüro und deren Tochter Ruefa die west- und zentralgriechischen Inseln sowie der Peloponnes heuer verstärkt auf dem Reiseradar.

„Im übrigen Teil des Landes sieht die Lage anders aus, hier werden die Flugverbindungen sogar aufgestockt, beispielsweise nach Kreta und Rhodos“, erklärt Helga Freund, Vostandsdirektroin der Verkehrsbüro Group. „Das Buchungsplus beträgt hier, in diesem Teil des Landes, rund 20 Prozent.“ Rund 34.000 Österreicher verbringen ihren Sommerurlaub jährlich in Griechenland mit Ruefa und viele wollen das auch heuer wieder tun,“ sagt Helga Freund. Bei den Kunden von Ruefa ist Spanien die Nummer eins mit ein Buchungsplus von 17 Prozent, gefolgt von Griechenland mit einem Plus von 14,8 Prozent und Italien mit einem Plus von 9,5 Prozent.

"90 Prozent der Griechenlandurlauber steigen in der Flieger, um ihr Urlaubsziel zu erreichen", sagt Verkehrsbüro-Sprecherin Birgit Reitbauer."Davon sind bereits 80 Prozent der Flüge Direktflüge ans Urlaubsziel. Zehn Prozent der Reisenden fahren mit der Fähre zur Lieblingsinsel." 80 Prozent der Österreicher buchen Direktflüge ins Urlaubsziel. Die Top-Inseln sind laut Ruefa heuer Kreta, Rhodos, Mykonos, Zakynthos, Korfu sowie Santorin und Skiathos.

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