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Wirtschaft
10/14/2020

Gleichstellung am Arbeitsmarkt: "Corona hat uns zurückgeworfen"

AK-Befragung zeigt: Frauen fühlen sich durch Corona-Krise besonders belastet. Erwerbsarbeit ungleich verteilt

von Anita Staudacher

Frauen fühlen sich besonders belastet durch die Corona-Krise, zeigt eine Befragung der Arbeiterkammer (AK). Demnach gibt mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmerinnen (58 Prozent) an, dass dieselbe Arbeitsmenge wie vor der Krise jetzt mit weniger Personal erledigt werde. Gestiegen sind demnach die Belastungen für Frauen in systemrelevanten Berufen wie Gesundheit und Pflege, Bildung oder Einzelhandel.

Rund 18 Prozent der Frauen geben an, jetzt mehr zu arbeiten als vor der Krise. Andererseits gibt es viele Frauen, die ihre Arbeitszeit wegen Betreuungspflichten verringert haben. Im Vergleich dazu ist die Arbeitszeit bei Männern häufiger unverändert geblieben als bei Frauen.

 „Frauen waren schon ohne Corona in vielen Punkten benachteiligt: Einkommen, Pensionen, Aufstiegschancen, Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Corona hat uns in vieler Hinsicht zurückgeworfen“, kommentierte AK-Präsidentin Renate Anderl die Umfrage anlässlich einer Diskussion im Rahmen der "Offensive Arbeitsmarkt" zum Thema „Corona bringt Frauen unter Druck“.

Erwerbsarbeit ungleich verteilt

Männer und Frauen seien bereits vor der Krise in punkto Einkommen und Kinderbetreuung nicht gleichgestellt gewesen, sagte Wifo-Ökonomin Ulrike Huemer. „Die Erwerbsarbeitszeit ist ungleich verteilt. Die Hälfte der Frauen arbeitet in Teilzeit, aber nur jeder zehnte Mann". Eine mögliche Arbeitszeitverkürzung hätte  positive Effekte auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Beruf und Freizeit, Gesundheit.

„Ein wichtiges Learning aus der Corona-Krise ist, dass ein flexibles und flächendeckendes Angebot in der Kinderbetreuung das Um und Auf in Hinblick auf die Mehrfachbelastung von Frauen ist", ergänzte Mariana Kühnel, stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sie verwies auch darauf, dass Digitalisierung und Homeoffice auch große Chancen für Frauen bieten würden.

Für AK-Präsidentin Anderl ist wichtig, dass Homeoffice freiwillig bleibt, dass klare Regelungen ausgearbeitet werden was die Grenzen der Arbeitszeit betrifft und dass Krankenstand auch im Homeoffice Krankenstand ist.

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