Der Schatten des Homeoffice: "Wir leben vom persönlichen Austausch"

Der Schatten des Homeoffice: "Wir leben vom persönlichen Austausch"
Headhunter Günther Tengel kritisiert das New-Work-Konzept: Homeoffice wird zunehmend zum Fluch. Auf Dauer gehen Produktivität, Kreativität und Teamgeist verloren, die Menschen vereinsamen.

Arbeiten von Zuhause aus: Was ab dem 16. März 2020 als Notfallplan mit der Pandemie plötzlich und flächendeckend in die Unternehmen einzog, wird wohl noch auf längere Zeit bleiben. Oder nie wieder verschwinden.

Wobei das Konzept an sich nicht neu ist. Seit vielen Jahren schon experimentieren Unternehmen auf der ganzen Welt mit dem Arbeitsmodell „Homeoffice“ herum. Führten die Heimarbeit ein, holten Mitarbeiter zum Teil aber auch wieder in die Büros zurück, wenn die Sache nicht so gut lief, wie erhofft.

Durch das Corona-Virus haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Viele Unternehmen sind zum Homeoffice gezwungen, Leere und Stille herrschen in den Büros, Office-Parks sind verwaist.

Nach Monaten des Ausnahmezustands zeigen sich die ersten Langzeiteffekte der kollektiven Büros-Absenz. Dass das Homeoffice auch Schattenseiten hat, ist unumstritten. Headhunter Günther Tengel geht im Interview noch ein paar Gedankenschritte weiter. „Homeoffice schadet den Unternehmen“, sagt er.

KURIER: Homeoffice wird umjubelt als das neue Konzept von New Work: Sie finden das nicht nur gut, warum?

Günther Tengel: Ich frage mich, ob wir nun schon Teil einer völlig neuen Arbeitswelt sind, nur, weil wir im Lockdown ab dem 16. März alle ins Homeoffice gezwungen wurden. Klar, New Work und Veränderungen hätte es so oder so gegeben. Aber nicht in diesem Tempo. Es hat einen Tag gedauert und wir waren alle im Homeoffice, und es wird Jahre dauern, bis wir ein System etabliert haben, das wirklich gut funktioniert.

Was ist schlecht am Homeoffice?

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