Wirtschaft
06.11.2017

Gewerkschaft "Cockpit" lehnt Tarifvertrag mit Eurowings ab

Es gibt Kritik an den Arbeitsbedingungen für Piloten, die "unter dem Niveau des Wettbewerbs" lägen.

Der Tarifvertrag der Lufthansa-Billigtochter Eurowings mit den Piloten ist bei der Gewerkschaft durchgefallen. Die Vereinigung Cockpit (VC) teilte am Montag mit, sie lehne den Abschluss aus "verbandsübergeordneten Gründen" rund um die Insolvenz von Air Berlin ab.

"Dieser Tarifvertrag hätte weder für die von der Insolvenz betroffenen Piloten der Air Berlin, noch für das Bestandspersonal der Eurowings verbindliche Perspektiven geschaffen", erklärte Gewerkschaftsvorstand Jörg Handwerg. "Betroffene Piloten dürfen nicht in Konditionen teils deutlich unter dem Niveau des Wettbewerbs gezwungen werden." Eurowings hatte sich Ende Oktober mit den Piloten auf einen Tarifvertrag verständigt, der eine rasche Übernahme von Air-Berlin-Piloten ermöglichen sollte. Über die Einigung mussten aber auch noch die Gremien beider Seiten entscheiden.

Zu sozialer Verantwortung bekennen

Mit ihrer Absage forderte die Vereinigung Cockpit Eurowings zugleich auf, sich als "Nutznießer" der Air-Berlin-Insolvenz zu ihrer sozialen Verantwortung zu bekennen. Der AUA-Mutterkonzern Lufthansa hatte sich Mitte Oktober mit der insolventen Air Berlin auf den Kauf von deren Töchtern Niki und LGW für 210 Millionen Euro geeinigt. Lufthansa übernimmt rund 1.700 Mitarbeiter, will 1,5 Mrd. Euro in den Ausbau von Eurowings stecken und insgesamt 3.000 neue Stellen schaffen. Eurowings übernimmt rund 80 der gut 130 Air-Berlin-Flugzeuge.