Wirtschaft
17.04.2018

Gemeinnützige Bauträger warnen vor der „Leerstehungs-Falle“

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Wenn die Kreditzinsen steigen, werden wegen der hohen Preise vermehrt Wohnungen leerstehen, warnt Verbandschef Karl Wurm.

Wenn auch noch die Zinsen steigen, werden viele neue Wohnungen künftig leer stehen, befürchtet Verbandschef Karl Wurm.

Wer glaubt, dass in den Ballungszentren bei den Wohnungspreisen und Mieten die Obergrenze erreicht ist, der irrt. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die Preise weiter steigen. Der Obmann des Verbandes Gemeinnütziger Bauträger Karl Wurm sieht die Gefahr, dass dann Wohnungen nicht mehr verkauft werden können. Und das, obwohl jährlich etwa 7000 leistbare Wohnungen zu wenig gebaut werden.

Die Einkommenszuwächse seien deutlich geringer als die Steigerung der Wohnungspreise. Wenn in absehbarer Zeit auch noch die Kreditzinsen steigen, landen einige Wohnbau-Projekte in der „Leerstehungs-Falle“, ist Wurm überzeugt.

Experten gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase im kommenden Jahr wohl zu Ende gehen wird. Höhere Zinsen für Wohnbaukredite würden die Preise für neuen Wohnraum noch weiter in die Höhe treiben. Der Plan, eine Wohnbaubank zur langfristigen günstigen Finanzierung von gefördertem Wohnbau einzurichten, ist ja vorerst gescheitert.

Bislang hat die Immobilienwirtschaft auf die Preissteigerungen mit dem Bau kleinerer Wohnungen reagiert. Doch auch für „kleiner ist billiger“ gibt es Grenzen. Viel weniger als 50 Quadratmeter geht kaum.

Laut Wurm sind derzeit allein in Wien 1500 neue Wohnungen in der Warteschleife. Der Grund, warum sie nicht gebaut werden, ist die Steigerung der Baupreise. Wegen der höheren Löhne in ihren meist osteuropäischen Heimatländern suchen weniger Bauarbeiter einen Job in Österreich. Auch in anderen Branchen gibt es einen Fachkräftemangel.

Höhere Mieten

Das wirkt sich auch bei Sanierungen aus, die ebenfalls deutlich teurer geworden sind. Wurm würde es nicht wundern, wenn Hausbesitzer wegen der hohen Sanierungskosten künftig auch höhere Mieten verlangen. Zumal ja die Haussanierung wegen des Klimaschutzes forciert werden soll.

Auch bei den gestiegenen Grundstückskosten ist keine Entspannung der Situation in Sicht ist. Gemeinnützige Bauträger dürfen Grundstücke nur bis zu einem Preis von 300 Euro pro Quadratmeter kaufen. In den Ballungszentren beginnen die Preise bei 700 Euro. Bislang haben viele Gemeinnützige die hohen Grundstückspreise durch die Kombination von geförderten mit nichtgeförderten Wohnungen untergebracht. Bei Preisen jenseits der 1000 Euro geht das nicht mehr.