BIG-Vorstände Hans-Peter Weiss (links) und Wolfgang Gleissner

© WOLFGANG ZLODEJ

wirtschaft von innen
10/21/2021

Gehälter der BIG-Vorstände: Es darf ein bissl mehr sein

Warum eine Gagenerhöhung für die Chefs der staatlichen Bundesimmobiliengesellschaft eine ziemlich komplizierte Angelegenheit wurde

von Andrea Hodoschek

Die zur Staatsholding ÖBAG gehörende BIG ist einer der größten Immobilienkonzerne des Landes. Die Vorstände Hans-Peter Weiss, 50, und Wolfgang Gleissner, 62, machen ihren Job offenbar gut. Im Krisenjahr 2020 knapp 760 Millionen Euro Gewinn, ein Return on equity von 9,7 Prozent. Mit 230 Millionen Euro lieferte die BIG die höchste Dividende an die Staatsholding ab, mehr noch als die OMV (190,7 Millionen).

Die Immobilienwirtschaft boomt seit Jahren und zahlt hohe Gagen. Klar, dass auch die BIG-Chefs Lust auf mehr bekamen, als heuer die Verlängerung ihrer Verträge anstand. 340.000 Euro für CEO Weiss und 318.000 für Gleissner (Fixgehälter plus Boni) sind Top-Gehälter, allerdings nicht in der Immo-Branche.

So zahlte der Immobilien-Entwickler UBM seinem CEO Thomas Winkler im Vorjahr mehr als 1,2 Millionen. Andreas Quint, Vorstandsvorsitzender der CA-Immo, freute sich über 1,15 Millionen. Bei S-Immo und Immofinanz kommen die Vorstände knapp an die Millionengrenze, die CEOs sind darüber.

Die BIG, bestehend aus 168 Gesellschaften, ist mit ihren mehr als 2000 Liegenschaften allerdings nur schwer vergleichbar. Da ist einerseits das sichere Geschäft mit der Republik – 410 Schulen, 206 Universitätsgebäude und 822 Spezialimmobilien (großteils Gefängnisse und Gerichte). Der Staat zahlt dafür Miete.

Die Tochter ARE dagegen ist mit privaten Partnern im Wohn-, Gewerbe- und Bürogeschäft unterwegs (566 Liegenschaften), bis hin zu innerstädtischen Luxusdomizilen. Gemeinsam mit UBM entwickelt die ARE ihr erstes Auslandsprojekt in München, Investitionsvolumen rund 400 Millionen Euro.

Für viel Wirbel sorgten Überlegungen unter der türkis-blauen Regierung über eine Privatisierung der ARE, die aber nicht weiter verfolgt wurde. Der BIG-Konzern ist einer der größten Auftraggeber für die heimische Bauwirtschaft, 1,08 Milliarden Euro wurden 2020 investiert.

Womit vergleichen?

Der Aufsichtsrat argumentierte, private Immo-Unternehmen dürfe man nicht als Peer-Group heranziehen, da die BIG ja nur zu einem Teil am Markt im Wettbewerb stehe. Messlatte seien vielmehr Staatsunternehmen, etwa ÖBB, Asfinag oder die Bundesforste.

Da sind die Gagen freilich deutlich bescheidener. Der Autobahnbetreiber Asfinag liegt bei rund 350.000 Euro pro Vorstand, die Bundesforste bei 463.000 Euro (Zahlen aus 2018) und die ÖBB-Chefs Andreas Matthä und Arnold Schiefer rangieren derzeit bei knapp unter 600.000 Euro.

Gutachten

Die Gehaltsfrage zog sich also in die Länge. Der BIG-Aufsichtsrat ließ auch noch ein Gutachten der auf Management-Vergütungen spezialisierten internationalen hkp///group erstellen. Aufsichtsratsvorsitzender war noch Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid, Vize-Chefin ist die ehemalige Wiener ÖVP-Vorsitzende Christine Marek. Der verhinderte Schmid-Nachfolger, Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun, gehört dem Aufsichtsrat seit 2015 an.

Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss und baute den erfolgsabhängigen Gehaltsanteil aus. Sodass Weiss jetzt (inklusive einmaliger Prämie bei Erreichen der 3-Jahresziele) auf 454.000 Euro kommt und Gleissner auf 395.000 Euro.

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