Frequentis konnte Umsatz um 20 Prozent steigern

Auftragsvolumen erreicht 2025 durch militärische und zivile Projekte ein Rekordniveau. 2026 soll es in dem Tempo weitergehen.
Frequentis ist ein Weltmarktführer im Bereich scherheitskritischer Kontroll- und Leitzentralen.

Zusammenfassung

  • Frequentis steigert Umsatz 2025 um 20,8 Prozent auf 580,1 Mio. Euro und erreicht mit 680,2 Mio. Euro ein Rekord-Auftragsvolumen.
  • Wachstumstreiber sind militärische und zivile Projekte, insbesondere in Nord- und Südamerika sowie durch innovative Drohnen- und Flugsicherungslösungen.
  • Für 2026 wird ein weiteres Umsatzwachstum von rund 20 Prozent erwartet, das Unternehmen stockte 2025 um 200 Mitarbeiter auf.

Bei Frequentis ist von Krise keine Spur. Das Geschäft des Spezialisten für die Ausstattung von Kontroll- und Leitzentralen läuft trotz globaler Konflikte wie geschmiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 hat das Wiener Unternehmen am Donnerstag eine Steigerung des Umsatzes um 20,8 Prozent auf 580,1 Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis vor Steuern und Abgaben (EBIT) beträgt 46,8 Millionen Euro, ein Plus von 45,7 Prozent. Der Auftragseingang ging um 16,5 Prozent in die Höhe und hat mit 680,2 Millionen Euro einen Rekordstand erreicht.

Drohnen im Luftraum managen

"Im vergangenen Jahr konnten wir strategisch wichtige Aufträge gewinnen", sagt Frequentis-CEO Norbert Haslacher. In den USA wurde die Flugsicherungsbehörde FAA beliefert, in Schweden wurde das erste landesweite Managementsystem für Drohnen implementiert. Für die deutsche Bundeswehr arbeitet Frequentis an der Integration von Drohnen in den militärischen Luftraum. In Norwegen wurden die Notrufzentralen der Feuerwehr mit eigenen Lösungen versorgt. Auch für Bahnen, Häfen und Küstenwachen in aller Welt wurden Projekte umgesetzt.

Amerika-Geschäft läuft besonders gut

Im Bereich der Flugsicherung kann man auf ein jährliches Wachstum von rund 20 Prozent in den vergangenen vier Jahren zurückblicken, sagt CFO Peter Skerlan. "Unser Auftragsbestand ist eine sehr solide Basis für kommende Jahre." Das Luftfahrtgeschäft macht 69 Prozent der Umsätze von Frequentis aus. Der Bereich Öffentliche Sicherheit und Transport kommt auf 31 Prozent. Besonders gut laufen die Geschäfte derzeit in Nord- und Südamerika. Dort ist das größte Wachstum zu verzeichnen, Europa hat mit 59 Prozent aber immer noch den größten regionalen Anteil.

Norbert Haslacher führt Frequentis seit 2018 als CEO.

Norbert Haslacher führt Frequentis seit 2018 als CEO.

Militärischer Bereich wächst um 18 Prozent

Das Geschäft im militärischen Bereich hat sich laut Haslacher gut entwickelt. Die NATO-Mitgliedsstaaten statten ihre Armeen mit neuen Geräten aus, die in Einsatzleitzentralen integriert werden müssen. Das erhöhte Ausschreibungsvolumen aufgrund der "nicht so prickelnden Sicherheitslage" weltweit führte bei Frequentis 2025 zu einem Wachstum der "Defense"-Aufträge um 17 bis 18 Prozent.

Ressentiments gegenüber europäischer Technologie merkt das Unternehmen trotz "America first"-Devise der US-Regierung nicht. "Im Bereich Flugsicherung kommen Innovationen nicht aus Amerika, sondern Europa", so Haslacher. "Europa hat so einen komplexen Luftraum mit vielen Ländern und vielen Flugsicherungssystemen. Interoperabilität und Automatisierung spielt eine wesentlich größere Rolle."

200 Mitarbeiter dazugekommen

Durch das starke Auftragswachstum - im Schnitt 15 Prozent pro Jahr in den vergangenen vier Jahren - wird auch das Personal ständig aufgestockt. 2025 kamen 200 Mitarbeiter dazu, 80 davon in Österreich. Insgesamt kommt das Unternehmen nun auf 2.600 Beschäftigte.

In dem Tempo soll es weitergehen

Für das laufende Jahr geht Frequentis von einem weiteren Wachstum im mittlerweile gewohnten Tempo aus. 20 Prozent Umsatzwachstum werden prognostiziert. Laut Haslacher sei dies eine "konservative" Betrachtung: "Wir sind im Markt für den öffentlichen Sektor unterwegs. Es kann immer sein, dass Projekte verschoben werden und wir sind als Unternehmen bekannt, dass underpromised und overdelivered." Man dämpft also Erwartungen absichtlich, um sie am Ende zu übertreffen.

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