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Immobilien-investment
09/07/2013

Fonds fordert Rendite zurück, Anleger klagen

Der "Sachwert Rendite-Fonds Holland 43“ ist ein Fall fürs Gericht.

von Kid Möchel

Investments in geschlossene Immobilien-Fonds galten jahrelang als sichere und überaus lukrative Anlageform. So investierte ein Ehepaar aus Niederösterreich im Sommer 2003 in den „Sachwert Rendite-Fonds Holland 43“ des Hamburger Emissionshauses MPC Münchmeyer Petersen Capital, der drei Büroobjekte in Holland vermietet. Ein Salzburger Finanzberater hatte ihnen diesen Fonds angedient – mit guten Argumenten: Zwar sei die Fonds-Rendite von jährlich 7,5 Prozent nicht garantiert und unterliege auch Schwankungen, aber es gebe kein Risiko eines Kapitalverlusts. Denn: Am Ende der Laufzeit (nach zehn Jahren) würden die Immobilien verkauft und das Kapital zu hundert Prozent zurückgezahlt.

„Ein Totalverlust des investierten Kapitals möglich sei“

Tatsächlich sprudelte die Fonds-Quelle Jahr für Jahr ordentlich. Erst seit der Lehman-Pleite im Herbst 2009 fielen die Ausschüttungen deutlich geringer aus, Mitte 2011 versiegten sie völlig. Der Fonds kam in Schieflage. Im Sommer des Vorjahres wurden die Anleger von MPC darüber informiert, dass „ein Totalverlust des investierten Kapitals möglich sei“. Mitte August 2013 wurden die beiden Niederösterreicher vom Fonds-Treuhänder und einer Sparkasse dann aufgefordert, die „Rendite“ (16.800 Euro) zurückzuzahlen, andernfalls müssten sie mit gerichtlichen Schritten rechnen. Begründung: „Die Ausschüttungen waren nicht durch entsprechende Gewinne gedeckt.“

Starker Tobak

„Meine Mandanten sind aus allen Wolken gefallen, haben nichts zurückgezahlt und eine Klage gegen den Finanzberater eingebracht“, sagt Anwalt Jörg Zarbl, der mit seiner Kollegin Daisy Birtalan etwa 20 Anleger in Sachen Holland-Fonds vertritt. „Sie wurden über das Investment nicht ordnungsgemäß aufgeklärt.“ Laut Klage soll dem Anlegerpaar u. a. das Haftungsrisiko verschwiegen worden sein. Denn: Laut deutscher Gesetzeslage haftet das Ehepaar als Teilhaber des Fonds mit seiner Kommanditeinlage, also der Summe, die es investiert hat. Und da keine oder nicht genug Gewinne geschrieben wurden, ist die „Rendite“ offenbar aus dem Eigen- und Fremdkapital des Fonds finanziert worden. Anwalt Zarbl klagt nun den Finanzberater auf Rückzahlung des gesamten Investments.

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