A Volksbank logo is seen at the Volksbank Wien headquarters in Vienna

© REUTERS / HEINZ-PETER BADER

Wirtschaft
07/21/2020

Filialschließungen: Corona verschärft das Tempo

Volksbank will bis 2021 bis zu 15 Zweigstellen weniger. Auch andere überlegen Kürzungen

von Anita Kiefer

In jedem größeren Dorf eine Bankfiliale. Diese Idee gehört der Vergangenheit hat. Die Digitalisierung fordert im Bankensektor schon lange laufend ihre Opfer in Form von physischen Bankstandorten. Keine neue Entwicklung: Das vergangene Jahrzehnt war im Banksektor geprägt von Schließungen und Fusionen.

Nur – die Corona-Krise wird diese laufende Entwicklung wohl beschleunigen, davon geht OeNB-Vizegouverneur Gottfried Haber aus (der KURIER berichtete). Immerhin hat die Frequenz in den Bankfilialen durch die Pandemie stark abgenommen. Ältere Menschen gehen wegen der Angst vor Ansteckung nicht mehr so gern zur Bank, Jüngere sind (noch) stärker auf die Vorteile der digitalen Bankgeschäfte aufmerksam geworden.

Eine Entwicklung, die auch Volksbanken-Sprecher Wolfgang Layr dem KURIER bestätigt. Die Konsequenz: Fünf bis 15 Filialen werden bis Ende 2021 im Filialnetz verschwinden. Welche das sein werden, sei Gegenstand von Kundenfrequenzanalysen.

Von über 500 auf 260 Filialen reduziert

„Wir haben unser Filialnetz ohnehin schon sehr straff bereinigt“, so Layr. Gab es im Jahr 2012 noch mehr als 500 Volksbank-Filialen in Österreich, sind es jetzt noch 260. Die Volksbank ist sich aber bewusst, dass sie als klassische Filialbank ein flächendeckendes Netz an Bankstandorten braucht. „Ein Filialstandort in erreichbarer Nähe ist, was die Erwartungshaltung der Kunden angeht, wichtig.“

Daher will die Volksbank, so der aktuelle Plan, einen gewissen Sockel an Bankfilialen nicht unterschreiten. Dieser Sockel ist allerdings verhältnismäßig weit gefasst, Layr beziffert ihn mit 200 bis 250 Filialen der Volksbank in ganz Österreich.

Bei den Sparkassen gibt man sich, was geplante Filialschließungen angeht, wortkarg. Auf KURIER-Anfrage wollte man sich dazu nicht äußern. Kommende Woche könnte dazu etwas verkündet werden – ein Sparkassen-Sprecher verweist auf die Halbjahres-Bilanz Ende Juli. Die Sparkassen in Österreich umfassen mehr als 1.000 Standorte – allerdings inklusive Selbstbedienungs-Foyers und OMV-Bankstellen.

Ähnlich zugeknöpft sind auch die Raiffeisen-Landesbanken – das Gros verweist auf die Selbstständigkeit der Banken in der Bankengruppe, die auch die Autonomie über Filialstandorte beinhaltet. Nur die Raiffeisen-Landesbank in der Steiermark räumt ein, von einer Analyse des Filialnetzes zu wissen.

„Da unsere Kunden vermehrt digitale Banklösungen nutzen, ist davon auszugehen, dass vor allem sehr kleine Bankstellen zu größeren Beratungszentren gebündelt werden“, erklärt ein Sprecher der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG auf Anfrage.

Keine Schließungen

Keine Schließungen geplant haben die Bawag (88 Standorte), die Bank Austria (123 Standorte), die Anadi Bank (14 Standorte) und die Oberbank (inklusive Ausland 178 Filialen). Letztere schließt aber Zusammenlegungen nicht aus.

Einen unkonventionellen Weg geht in diesem Zusammenhang die Post mit der bank99 – sie bietet an 1.760 Standorten (Postfilialen und Postpartner) ausgewählte Finanzdienstleistungen an.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Bankfilialnetz in Österreich deutlich reduziert: Im Jahr 2000 gab es noch 5.479 Hauptanstalten und Filialen. Per Ende 2019 reduzierte sich diese Zahl auf 4.140 – ein Minus von knapp 25 Prozent.

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