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Wirtschaft
01/18/2021

FFP2-Masken: Woher sie kommen und was sie kosten

Heimische Hersteller fahren angesichts der FFP2-Maskenpflicht ihre Produktion hoch.

von Johanna Hager, Robert Kleedorfer, Raffaela Lindorfer, Anita Kiefer

Wer ab Montag, dem 25. Jänner, in den Supermarkt oder die Apotheke gehen, mit Bus, U-Bahn oder Zug fahren will, der kann das nicht mehr ohne. Ohne FFP2-Maske.

Durch die FFP-Maske (Filtering Face Pieces) Schutzklasse 2 werden – im Gegensatz zum Mund-Nasen-Schutz aus Stoff – 94 Prozent der Partikel der Umgebungsluft aufgefangen. Essenzieller Schutz gegen die infektiöseren Virusvarianten wie jener aus Großbritannien.

In Apotheken, Super- und Drogeriemärkten sind die FFP2-Masken seit Monaten erhältlich und kosten zwischen zwei und fünf Euro pro Stück. Ein stattlicher Preis, zumal eine FFP2-Maske nach einem Tag in Gebrauch (wie beispielsweise bei Ärzten) zu entsorgen ist. Wird sie ausschließlich bei Supermarkt-Besuchen u. ä. verwendet, so kann sie natürlich mehrmals zum Einsatz kommen. „Es ist genug da“, sagen die Handelsketten Spar und Rewe (Merkur, Billa, Penny) auf KURIER-Nachfrage. Die Maske kostet ebendort und je nach Hersteller zwischen 1,99 und 2,99 Euro.

Alle über 65-Jährigen bekommen in Österreich FFP2-Masken zugesandt. 900.000 der 1,7 Millionen FFP2-Masken werden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober „bis allerspätestens Ende des Monats“ geliefert und dann verschickt.

Für sozial Schwache hat die Regierung angekündigt, die FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen. Wer genau in diese Gruppe fällt, wie die Menschen zu ihren Masken kommen und wann diese verschickt oder – wie in der Stadt Villach – verteilt werden, das sei derzeit in Ausarbeitung, heißt es seitens des Gesundheitsministeriums gegenüber dem KURIER. Ebenso noch offen ist der Selbstkostenpreis für die FFP2-Masken, der ab 25. 1. gelten soll.

Ob sich der Stückpreis auf einen Euro belaufen wird – oder gar darunter, werde ebenfalls noch diese Woche entschieden. Der Handel bezieht seine Masken aus dem In- wie Ausland. Zertifiziert sind sie auf KURIER-Nachfrage allesamt.

2,5 Mio. Stück pro Tag

In Österreich stellen Hygiene Austria (ein Joint Venture von Palmers und Lenzing) und Aventrium die meisten FFP2-Masken her. Bei der Hygiene Austria in Wiener Neudorf werden aktuell zehn Millionen Stück der FFP2-Masken im Monat produziert. Das ist das oberste Kapazitätslimit, wie eine Sprecherin gegenüber dem KURIER erklärt. Man prüfe derzeit, ob rasch eine Ausweitung der Produktionskapazität möglich ist. Diese hänge von Menge und Verfügbarkeit der Maschinen ab. Nur so viel: „Sollte alles gut gehen, können wir die Kapazitätserweiterung in zwei bis vier Wochen anpeilen“, so die Sprecherin.

Eine erhöhte Nachfrage nach FFP2-Masken verzeichnet die Hygiene Austria seit der Ankündigung Bayerns, eine FFP2-Pflicht im Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln einzuführen. Angedacht wird ebenso, FFP2-Masken für Kinder zu produzieren. Zeithorizont gibt es aber auch hier noch keinen.

Bei der Grazer Firma Aventrium herrscht aktuell Hochbetrieb in der Maskenproduktion. Ein Bedarf von 2,5 Millionen Stück pro Tag könne bewältigt werden, erklärt Geschäftsführer Dominik Holzner. Wie viel konkret pro Tag produziert wird, wurde nicht verraten. Die Nachfrage sei jedenfalls da – alleine gestern kamen Aufträge für 37 Millionen Stück FFP2-Masken herein. Generell sei die Nachfrage aber seit Bestehen der Firma im Sommer des Vorjahres eine hohe. Aventrium beliefert nicht nur österreichische Kunden, sondern liefert etwa auch nach Deutschland.

Von der österreichischen Regierung habe es jedenfalls noch keinen Auftrag gegeben, sagt Holzner dem KURIER. Auch mit den Handelsketten sei man noch nicht einig geworden. Zu den Preisen, die sich die Supermärkte vorstellen, könne man in Österreich nicht produzieren. Aktuell arbeiten bei Aventrium 100 Mitarbeiter, in den nächsten Tagen werden 20 neue angestellt. Es sei auch möglich, FFP2-Masken für Kinder zu produzieren, so Holzner – hier laufe aber die entsprechende Zertifizierung noch.

Neu in den FFP2-Markt startet in rund zehn Tagen der ehemalige FP-Nationalratsabgeordnete und GAK-Präsident Harald Fischl. Seit Mai stellt seine Firma Swano-Tex mit insgesamt rund 50 Mitarbeitern in Serbien und Wien neben Antigen- und Spucktests (ab Mittwoch) bis zu zwei Millionen NMS-Masken am Tag her. Diese Produktion werde nun auf 40.000 Stück zugunsten von FFP2-Masken heruntergefahren. Schon jetzt vertreibt er zertifizierte Masken aus China. „Vorige Woche waren noch 700.000 Stück da, jetzt nur noch 50.000.“ Bayern sauge alles ab, der Markt spiele total verrückt. Mit dem Beginn des chinesischen Neujahrs am 6. Februar werde es noch enger. „Die Preise werden steigen.“

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