Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

68-Millionen-Pleite rund um das Fashion Outlet Parndorf

Eigentümerin eines Gebäudeteils des Fashion Outlet Parndorf insolvent. Leerstände aufgrund von Insolvenzen und der schleppend verlaufende Vermietungsprozess hätten zu Liquiditätsengpass geführt.
Stempel "Insolvenz" auf Papier

Zusammenfassung

  • Die FOP Immobilienbesitz beta GmbH, Eigentümerin eines Bauteils im Fashion Outlet Parndorf, hat Insolvenz angemeldet und ein Sanierungsverfahren beantragt.
  • Ursachen der Pleite sind Leerstände, schleppende Vermietung und ein schwieriges Marktumfeld, was zu einem Liquiditätsengpass und 68 Millionen Euro Schulden führte.
  • Trotz Insolvenz ist die Fortführung des Betriebs geplant, mit einem Sanierungsplan für Gläubiger und laufenden Verhandlungen zum Verkauf des Bauteils.

Die FOP Immobilienbesitz beta GmbH mit Sitz in Parndorf (Burgenland) hat laut KSV1870, AKV und Creditreform am Landesgericht Eisenstadt einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen, Eigentümer des Bauteils „Beta“ im Fashion Outlet Parndorf, hat seine Zahlungen eingestellt. Laut Kreditschutzverband KSV1870 dürfte die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zeitnah erfolgen.

Die Gesellschaft ist ausschließlich auf die Vermietung ihres Bauteils spezialisiert und beschäftigt keine Mitarbeiter. 

Hintergrund und Ursachen

Das Fashion Outlet Parndorf besteht aus drei Bauteilen – Alpha, Beta und Gamma. Der Bauteil Beta ist derzeit zu 71 Prozent vermietet. Die Betreiber sehen die Insolvenzursachen vor allem in einem schwierigen Marktumfeld: Leerstände, schleppende Vermietung leerstehender Flächen und eine problematische Projektsituation hätten zu einem Liquiditätsengpass geführt. Verhandlungen mit besicherten Gläubigern scheiterten.

Schulden

Die Passiva belaufen sich laut Unternehmensangaben auf rund 68 Millionen Euro, wovon etwa 29 Millionen Euro auf die finanzierende Bank entfallen.

Fortführung geplant

Trotz der finanziellen Schieflage will die Gesellschaft den Betrieb fortführen. Geplant ist die Weiterführung des bereits eingeleiteten Verkaufsprozesses in Abstimmung mit den grundbücherlich besicherten Gläubigern. Die laufenden Kosten sollen durch die Mieteinnahmen gedeckt sein.

Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme. „Ob diese Quote angemessen und erfüllbar ist, wird der Insolvenzverwalter prüfen“, betont Peter Stromberger vom KSV1870.

Der Fall könnte für den burgenländischen Immobilienmarkt ein Signal sein, wie empfindlich Outlet- und Retail-Immobilien auf schwache Vermietungsquoten und Marktveränderungen reagieren.

Kommentare