Wirtschaft 19.04.2018

Exportboom bringt Republik Österreich fast 150 Millionen Euro

© Bild: AP / Elaine Thompson

Der Bund haftet für Ausfuhren in schwierige Länder. Weil die Ausfälle gering sind, war das auch 2017 ein gutes Geschäft.

Die gute internationale Konjunktur hat im Vorjahr die Ausfuhren österreichischer Unternehmen deutlich beflügelt. Das machte sich nicht nur für die Exporteure bezahlt, sondern auch für die Republik Österreich. Sie übernimmt nämlich Haftungen für Ausfuhren in politisch und wirtschaftlich schwierige Länder. Die Prämien, die die Exporteure dafür zahlen, haben auch 2017 die Schadensfälle deutlich überschritten. 148 Millionen Euro habe die Republik im Vorjahr mit diesen Haftungsübernahmen verdient, erklärte Helmut Bernkopf, Vorstand der Oesterreichischen Kontrollbank, die im Auftrag des Bundes diese Haftungsübernahmen abwickelt.

5,4 Milliarden Euro an Exportgarantien wurden 2017 übernommen, um 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rund 1000 Unternehmen haben sich ihre Ausfuhren auf diese Weise absichern lassen. Zudem vergibt die Kontrollbank über die Hausbanken der Firmen günstige Finanzierungen für diese Geschäfte. auch in diesem Bereich schlug sich die anziehende Konjunktur positiv nieder. Das Finanzierungsvolumen stieg um 20 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

Russland besonders gefragt

Wichtigster Markt unter den Ländern, für die laut einem Übereinkommen der OECD-Staaten öffentliche Garantien übernommen werden dürfen, war für die heimischen Exporteure auch im Vorjahr wieder Russland. Auf Platz zwei rangiert China vor Indien und Brasilien. Vor allem Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik und Klimaschutz, aber auch Infrastrukturfirmen haben die öffentlichen Garantien genutzt. Rückläufig war das Haftungs- und Garantiegeschäft für Lieferungen in die Türkei. Die österreichischen Unternehmen seien aufgrund der politischen Unsicherheiten in dem Land zurückhaltend. Nicht in Schwung gekommen seien entgegen den großen Hoffnungen, die es nach der Unterzeichnung des Atomabkommens 2016 noch gab, die Exportgeschäfte mit dem Iran. Hier gebe es nur wenige Einzelfälle, in denen heimische Unternehmen Lieferungen gelungen seien.

Besonders billige Finanzierungen, bzw. Zinsstützungen vergibt die Kontrollbank für Exporte in die Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder: "Die Nachfrage nach diesen so genannten Soft Loans ist allerdings groß", betont Bernkopf. Zwei Milliarden Euro an solchen Finanzierungen hat die Kontrollbank vergeben. Im Zentrum des Interesses der heimischen Firmen stehen dabei Sri Lanka, Laos und einige afrikanische Länder.

Dritter Markt an der Börse

Die Kontrollbank, die österreichischen Banken gehört, ist neben der Exportfinanzierung und der -garantien auch für den Kapitalmarkt zuständig. Sie ist zum Beispiel Depot-, Wertpapiersammelstelle und kümmert sich um Kapitalmarktbelange. Die dafür zuständige Kontrollbank-Vorständin Angelika Sommer-Hemetsberger betont, dass sie die angekündigte Öffnung des Dritten Marktes an der Wiener Börse für heimische Klein- und Mittelbetriebe für sehr positiv halte. Bisher dürfen nur Namensaktien in diesem Börsesegment notieren. Die Politik hatte aus Sorge, es könnte Geldwäsche über dne Dritten Markt betrieben werden, wenn es keine auf Namen lautenden Aktien gebe, eine Umstellung auf anonyme Inhaberaktien v erhindert. Nun soll es eine Eintragung in ein zentrales Sammelregister die Anonymität durchbrechen und Geldwäsche verhindern.

( kurier.at , iko ) Erstellt am 19.04.2018