Ex-Wirecard-CEO soll Millionen von Banktochter geliehen haben

FILE PHOTO: The headquarters of Wirecard AG is seen in Aschheim near Munich
Der Aufsichtsrat war nicht informiert, in der Folge soll es Schreiduelle gegeben haben.

Markus Braun, Ex-Vorstandschef von Wirecard, soll sich im Jänner 35 Millionen Euro von der Unternehmenstochter Wirecard Bank geliehen haben, zitiert der Standard einen Financial-Times-Artikel. Der Wirecard-Aufsichtsrat soll erst nach Auszahlung des Betrags an Braun über den Vorgang informiert worden sein.

Rückzahlung

Quellen der "Financial Times" berichten von "Schreiduellen" zwischen Braun und dem Wirecard-Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Eichelmann. Braun habe sich dann überzeugen lassen, das Darlehen Mitte März zurückzuzahlen. Gegenüber der Zeitung bestreitet Braun über seinen Anwalt, dass er dazu habe gedrängt werden müssen. Die Rückzahlung sei wie vereinbart erfolgt, schreibt der Standard weiter.

Das Darlehen war vom Vorstand und Aufsichtsrat der Unternehmenstochter Wirecard Bank genehmigt worden. Personen, die in diesen Organen sitzen, hatten aber auch Leitungspositionen bei Wirecard selbst inne. So unterstand Alexander von Knoop als CFO der Wirecard AG Markus Braun. In der Wirecard Bank war er aber bis April im Vorstand – und hat dort das Darlehen an Braun bewilligt.

Außerhalb des Kerngeschäfts

Das Darlehen an Braun stand außerhalb des Kerngeschäfts der Wirecard Bank. Sie vergibt ansonsten kleinere Summen für Kreditkartenzahlungen. Ihre gesamten Darlehen betrugen Ende 2019 laut "Financial Times" 297,6 Millionen Euro. Ein Darlehen in Höhe von 35 Millionen Euro an eine Einzelperson war für die Bank deshalb risikoreich. Zudem soll das Darlehen nicht gesichert gewesen sein. Braun war am 19. Juni als Firmenchef zurückgetreten.

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