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Wirtschaft
02/27/2020

EVN im ersten Quartal 2019/20 mit mehr Gewinn

Der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren ist deutlich gestiegen - bei gleichzeitigem Rückgang der thermischen Produktion.

Der börsennotierte niederösterreichische Energieversorger EVN hat im ersten Quartal mehr Gewinn erzielt. Deutlich gestiegen ist der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren bei gleichzeitigem Rückgang der thermischen Produktion. Hier wirkte sich das Aus für das Stromerzeugung aus Kohle im Kraftwerk Dürnrohr im August 2019 aus. Den Ausblick für das Gesamtjahr hat die EVN heute bestätigt.

Das Konzernergebnis stieg im ersten Quartal 2019/20 dank geringerer Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften um 40,3 Prozent auf 82,9 Mio. Euro, wie die EVN am Donnerstag mitteilte. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erhöhte sich um 16,8 Prozent auf 190,6 Mio. Euro, das EBIT um 21,9 Prozent auf 118,8 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 3,3 Prozent auf 576,2 Mio. Euro, vor allem wegen Rückgängen in der thermischen Erzeugung und im Segment Netz. Zugelegt haben die Energieerlöse in Bulgarien und der Umsatz im internationalen Projektgeschäft.

Der temperaturbedingte Energiebedarf lag im ersten Quartal (Oktober bis Dezember 2019) in allen drei Kernmärkten unter dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings sei es in Niederösterreich im Vergleich zum sehr milden ersten Quartal des Vorjahres wieder etwas kälter gewesen, so die EVN.

Die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie stieg um 4,6 Prozent auf 544 Gigawattstunden (GWh), der Anteil auf 49,7 Prozent. Bei der Windkraft gab es trotz geringeren Windangebots wegen der Inbetriebnahme neuer Anlagen einen Zuwachs. Das Wasserdargebot lag über Vorjahresniveau, jedoch unter dem langjährigen Durchschnitt. Fast halbiert hat sich die Stromproduktion aus Wärmekraftwerken, nachdem im August 2019 die Stromerzeugung aus Steinkohle im Kraftwerk Dürnrohr beendet worden war. Zudem lag der Einsatz des thermischen Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung unter dem Vorjahreswert.

Planmäßig in Umsetzung sei das mittelfristige Investitionsprogramm von rund 400 Mio. Euro pro Jahr. Davon sind jährlich rund 300 Mio. Euro in Niederösterreich für Netze, erneuerbare Erzeugung, Naturwärme und Trinkwasserversorgung vorgesehen. Im internationalen Projektgeschäft hat die EVN im Jänner den Erhalt eines Auftrags aus Kuwait bekanntgegeben: Ein Konsortium, dem die EVN-Tochter WTE Wassertechnik und ein kuwaitischer Finanzinvestor zu je 50 Prozent angehören, hat den Zuschlag zur Errichtung des Abwasseraufbereitungsprojekts Umm Al Hayman erhalten.

Der gesamte Auftragswert beläuft sich auf rund 1,5 Mrd. Euro, davon rund 600 Mio. Euro für die Kläranlage und 950 Mio. Euro für das Kanalnetz samt Pumpstationen. Auf die EVN-Seite entfalle davon nur ein sehr kleiner Teil des Auftragsvolumens, das Risiko sei also gering, hatte es damals geheißen.

Den Ausblick für das Gesamtjahr hat die EVN heute bestätigt. Das Konzernergebnis werde unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen in einer Bandbreite von 200 bis 230 Mio. Euro erwartet. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei auf die im Geschäftsjahr 2018/19 berücksichtigten positiven Bewertungseffekte im Ausmaß von rund 110 Mio. Euro nach Steuern zurückzuführen. Für das Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit werde damit eine konstante Entwicklung erwartet.

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