EVN wächst mit Wind und Sonne, die Aktionäre profitieren davon

EVN wächst mit Wind und Sonne, die Aktionäre profitieren davon
Die EVN hat fast alle Wärmekraftwerke geschlossen. Neu gebaut werden vorläufig nur noch Windräder und Sonnenenergieanlagen.

Der niederösterreichische Strom- und Gasversorger EVN hat sich im Bereich der Ökostromproduktion einiges vorgenommen: Bis 2023 sollen Windräder mit einer Gesamtleistung von 500 Megawatt installiert sein. Derzeit verfügt die EVN über 367 Megawatt Windkraft-Kapazitäten.

Zusätzlich soll Solarenergie forciert werden. Geprüft wird die Errichtung von großflächigen Sonnenenergieanlagen auf EVN-eigenen Grundstücken neben den Großkraftwerken. Will Österreich die Klimaziele 2030 erreichen, müsse das Ausbautempo bei den Erneuerbaren deutlich erhöht werden, sagt EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz, der hofft, dass die Regierung das Erneuerbaren Ausbaugesetz rasch umsetzt. Mit der derzeitigen Förderhöhe für Ökostrom von rund einer Milliarde Euro im Jahr werde man nicht auskommen. Der EVN-Chef verweist auf Deutschland, wo für Ökostrom – unter Berücksichtigung der Landesgrößen – doppelt so viel Mittel zur Verfügung stünden.

Geld für Stromreserven

Dringend geklärt werden muss laut Szyszkowitz auch die Finanzierung von Reservekraftwerken. Wenn nämlich Wind und Sonne nicht zur Verfügung stünden, müssten wohl Gaskraftwerke einspringen. In Österreich würden aber thermische Erzeugungsanlagen sukzessive abgebaut. Die EVN hat erst kürzlich das Kohlekraftwerk Dürnrohr sowie einen Block im Kraftwerk Theiß stillgelegt. „Wenn es in Österreich zu Stromknappheit kommt, wird auch das Ausland nicht liefern können. Die Wind- und Sonnenanlagen ist dort meist ähnlich wie bei uns“, betont der EVN-Chef. Er hofft, dass die Politik, ähnlich wie in Deutschland, ein Gesetz erlässt, das die Finanzierung solcher Reservekraftwerke sicher stellt. Denn wirtschaftlich seien sie nicht.

Der EVN-Konzern hat 2018/19 jedenfalls dank Wind- und Sonnenenergie den Umsatz um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert. 5.594 Gigawattstunden Strom, um 1,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wurden erzeugt. 2315 Gigawattstunden davon waren erneuerbar. Die Aktionäre erhalten eine um drei Cent auf 50 Cent erhöhte Dividende.

Nur wenig Müll aus Italien

 Für die Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr gebe es derzeit keinen Vertrag für Müll aus Italien, betonte EVN-Vorstand Franz Mittermeyer. Es könnte allerdings in den Wintermonaten ein Rahmenvertrag bis zu 10.000 Tonnen kommen, aber nur falls in der Müllverbrennungsanlage freie Kapazitäten dafür vorhanden seien. Abfall aus Österreich habe Priorität. Die Kapazität der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr insgesamt liege bei 500.000 Tonnen. Aus dem Müll werde Strom und Fernwärme für die Landeshauptstadt St. Pölten erzeugt. Die EVN hat bereits in der Vergangenheit Müll aus Italien in Dürnrohr verbrannt. Transportiert werde der Müll immer mit der Bahn.

EVN wächst mit Wind und Sonne, die Aktionäre profitieren davon

Die beiden EVN-Vorstände Stefan Szyszkowitz (l.) und Franz Mittermeyer (r.)

   Die Zuwächse in der Erneuerbaren-Erzeugung haben der EVN gemeinsam mit positiven Impulsen aus der Wärmeversorgung auch zu höheren Umsätzen verholfen. Gegenläufig wirkten Rückgänge in der thermischen Stromproduktion und im Segment Netze sowie eine geänderte Ökostromzuschlag-Methodik in Bulgarien. Die Umsatzerlöse stiegen um 6,0 Prozent auf 2,204 Mrd. Euro. Die Stromerzeugung des EVN-Konzerns wuchs um 1,2 Prozent auf 5.594 Gigawattstunden (GWh), dabei bei Erneuerbarer Energie um 4,6 Prozent auf 2.315 GWh, während es aus Wärmekraft mit 3.279 GWh um 1,0 Prozent weniger waren.

Gewinn gestiegen

   Aufwertungen von Kraftwerken und Kundenstöcken in Südosteuropa haben dem niederösterreichischen Energieversorger zu mehr Nettogewinn verholfen. Das Konzernergebnis wuchs um 18,8 Prozent auf 302,4 Mio. Euro. Für 2019/20 erwartet die EVN "unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen" ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von 200 bis 230 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber 2018/19 sei auf die im abgelaufenen Geschäftsjahr berücksichtigten positiven Bewertungseffekte im Ausmaß von rund 110 Mio. Euro nach Steuern zurückzuführen, so die

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