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Wirtschaft

Drohende Klagen wegen Booking.com: WKO überlegt Musterprozess

Nach KURIER-Bericht: Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Hotellerie-Sparte, will Rechtsklarheit. Notfalls auf dem Gerichtsweg.

von Hermann Sileitsch-Parzer

02/26/2019, 05:59 PM

Der KURIER-Bericht, wonach vorerst je 200 Hotels in Österreich und Deutschland von Klagen bedroht sind, schlägt Wellen. Grund ist die mögliche Verletzung von Veröffentlichungspflichten.

Die Wirtschaftskammer (WKO) werde Betriebe im Fall von Klagen unterstützen, kündigt Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Hotellerie, an. „Wir haben derzeit nicht hundert Prozent Rechtssicherheit.“ Die Hotels seien „in Geiselhaft“, wenn die Gesetze etwas verlangen, was Online-Buchungsplattformen wie Booking.com verhindern.

Kontaktinfos fehlen

Diese wollen auf gar keinen Fall, dass der Kunde direkte Kontaktmöglichkeiten (Telefonnummer, E-Mail) des Hotels vorfindet, weil das ihr Geschäft schädigen würde. Momentan sei aber nicht geklärt, ob nicht das E-Commerce-Gesetz oder die Datenschutzgrundverordnung genau solche Zusatzinfos verlangen.

Das Thema betreffe im übrigen nicht nur Deutschland und Österreich, sondern auch den europäischen Hotelverband (Hotrec), sagt Kraus-Winkler, die von 2014 bis 2018 dessen Präsidentin war.

Am liebsten wäre ihr eine einvernehmliche Lösung, denn die Alternative wäre, dass Hotels die Plattformen verlassen müssten – „und das schaue ich mir an, wie diese das aushalten“. Was freilich zum Schaden aller wäre. Parallel diskutiere man die Gesetzeslage mit dem Ministerium. Sollte gar nichts fruchten, wäre als letzte Option ein Musterprozess denkbar, um Klarheit zu schaffen.

Laut Hotrec wurden 52 Prozent aller Übernachtungen (2017) bei den Hotels direkt gebucht – zwei Jahre davor waren es 55 Prozent. Der Anteil der Plattformen ist von 23 auf 26 Prozent geklettert: Drei Anbieter teilen sich den Markt, wobei Booking.com zwei Drittel abschöpft.

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