© Sydney Metro/Doka

Wirtschaft
09/16/2020

Schalungsbauer Doka beendet Kurzarbeit und streicht 300 Jobs

Corona-Pandemie brachte Baustellen im Mittleren Osten, in Asien und Lateinamerika zum Stillstand und zwingt Doka zu Sparkurs.

von Wolfgang Atzenhofer

Der zur Umdasch Group gehörende Schalungsbauer Doka mit Hauptsitz in Amstetten in Niederösterreich hat vor, bis Ende Oktober 300 Mitarbeiter abzubauen. Worüber in den vergangenen Wochen bereits  wilden Gerüchte kursierten, wurde am Dienstagnachmittag der Belegschaft mitgeteilt. In einer Mitarbeiterinformation kündigte die dreiköpfige  Konzernführung mit Harald Ziebula, Gerd Pechura und Hubert Mattersdorfer das Ende der Kurzarbeit mit Ende September und die Mitarbeiterreduktion an.

Um die auf manchen Märkten katastrophalen Ausfälle zu kompensieren, sollen von den derzeit rund 2.000 Mitarbeitern am Standort Amstetten eben 300 abgebaut werden. Dabei werde  es nicht nur um Kündigungen, sondern auch um  natürliche Abgänge, vorzeitige Ruhestände und freiwillige Austritte gehen, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber dem KURIER. „Wir wissen mittlerweile, dass wir das Umsatzniveau 2019 über einen längeren Zeitraum nicht mehr erreichen werden“, erklärte Doka-CEO Ziebula.

Es sei sowohl gegenüber den Mitarbeitern als auch gegenüber der öffentlichen Hand nicht aufrichtig, das Instrument der Kurzarbeit weiter in Anspruch zu nehmen, erklärte er. Für viele Mitarbeiter sei auch der Einkommensverlust nicht über einen längeren Zeitraum zumutbar. 

Die durch die Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise erwischte die Doka-Gruppe auf mehreren Kontinenten massiv.  Die Geschäfte in Europa, Amerika oder Kanada laufen zwar gut, allerdings sind Großbaustellen im Mittleren Osten, in Asien und Lateinamerika nahezu eingestellt worden. Auch für 2021 und darüber hinaus  zeichne sich ein reduzierter Schalungsbedarf ab, erklärte Ziebula.   

Gegenüber den NÖN bedauerten Belegschaftsvertreter, dass die Kurzarbeit und damit die Sicherung  der Fachkräfte für den Betrieb nicht fortgesetzt werden soll.  Ein Sozialplan, eine Arbeitsstiftung und ein Weiterbildungsfonds werden gefordert. 

Mitglieder  der NÖ Landesregierung reagierten betroffen auf die Botschaft aus einem nö. Leitbetrieb. Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger und der für den Arbeitsmarkt zuständige Landesrat Martin Eichtinger (beide ÖVP) richteten einen Appell an die Firmenleitung, mit der man Kontakt aufgenommen habe,  zeitnah einen fairen Sozialplan abzuschließen.

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