Vor allem Alleinerzieherinnen brauchen das Geld

Etwa ein Drittel der Ein-Eltern-Haushalte war schon vor der aktuellen Teuerungswelle armutsgef├Ąhrdet.

┬ę APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft

Die Teuerung trifft alle - aber nicht gleich stark

Energiearmut hat sich im Jahresvergleich laut einer Umfrage bereits vervielfacht.

von Martin Meyrath

11/17/2022, 03:14 PM

Die Teuerung betrifft zwar alle, aber nicht im gleichen Ausma├č. Zwei Wissenschafterinnen warnen jetzt, dass es beispielsweise f├╝r Alleinerzieherinnen vermehrt zu Einschnitten im Lebensstandard kommen k├Ânnte. Denn wer weniger verf├╝gbaren Einkommen hat, muss anteilig mehr davon zur Deckung der Grundbed├╝rfnisse ausgeben. Wer, andererseits, ein hohes Einkommen hat, kann zum Beispiel auch mehr f├╝r Sprit verwenden, ohne deswegen Abstriche hinnehmen zu m├╝ssen.

├ľsterreichweit waren 2021 knapp 15 Prozent oder 1,3 Millionen Menschen armutsgef├Ąhrdet. Sie hatten also ein Einkommen, das geringer als 60 Prozent des Medianeinkommens ist. Bei den Alleinerziehenden waren es allerdings jede (und jeder) Dritte, bei alleinstehenden Frauen ├╝ber 65 jede Vierte. Auch kinderreiche Haushalte sind ├Âfter betroffen.

Wenngleich diese gef├Ąhrdeten Gruppen voraussichtlich am st├Ąrksten getroffen werden, sei durchaus damit zu rechnen, dass deutlich mehr Menschen Einschnitte machen werden m├╝ssen, meint Christine Mayrhuber vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Die Dynamik sei schwer einzusch├Ątzen, aber auf die Haushalte in der unteren H├Ąlfte der Einkommensverteilung k├Ânnten Abstriche zukommen. Dass die Teuerung durch Beihilfen und Sonderzahlungen (├╝ber-)kompensiert werde, bezweifelt die ├ľkonomin. ÔÇ×Die meisten Ma├čnahmen waren EinmalzahlungenÔÇť, und da das Preisniveau auch n├Ąchstes Jahr hoch bleiben werde, k├Ânnten diese nicht nachhaltig wirken.

Energiearmut nimmt zu

Christine Friedl von der Johannes Kepler Universit├Ąt Linz rechnet damit, dass insbesondere die Leistbarkeit von Energie f├╝r einen gr├Â├čeren Teil der Bev├Âlkerung "zum Problem wird". Ein Indikator daf├╝r ist, dass laut Statistik Austria im Fr├╝hling 2022 bereits 9,2 Prozent der Befragten angaben, ihre Wohnorte nicht ausreichend heizen zu k├Ânnen. In den vergangenen Jahren waren es lediglich zwei Prozent.

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