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Wirtschaft

Inflation ist im November leicht gesunken, aber vieles wird teurer

Die Teuerung gibt insgesamt auf 10,6 Prozent nach, aber es gibt viele Ausreißer nach oben. So kostet Butter beispielsweise um 37 % mehr.

von Michael Bachner

12/16/2022, 09:02 AM | Aktualisiert am 12/17/2022, 12:23 PM

Die Teuerung in Österreich dürfte tatsächlich ihren Höhepunkt überschritten haben. Wie in einer Schnellschätzung bereits verlautbart worden war, ist die Inflation im November von elf Prozent im Oktober auf 10,6 Prozent im November gesunken. Gemeint ist damit der allgemeine Preisanstieg im Vergleich zum jeweiligen Monat des Vorjahres.

„Im November 2022 ist die Inflation auf 10,6 % gesunken, nachdem sie im Oktober den höchsten Wert seit 70 Jahren aufgewiesen hatte. Grund für den Rückgang ist der abnehmende Preisdruck bei den beiden größten Inflationstreibern, der Haushaltsenergie und der Treibstoffe. Bei den Preisen für Nahrungsmittel ist der Aufwärtstrend hingegen noch ungebrochen“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Täglicher und wöchentlicher Einkauf

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg daher im Jahresabstand überdurchschnittlich um 14,4 % (Oktober: +12,2 %).

Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich um ebenfalls beachtliche 14,1 % (Oktober: +15,5 %).

Nahrungsmittel verteuerten sich im November überdurchschnittlich stark (+15,2 %) und auch etwas mehr als im Oktober (+14,5 Prozent). Im Einzelnen zeigt sich:

Die Preise für Fleisch stiegen um 16,0 %,

jene für Milch, Käse und Eier insgesamt um 20,9 %

Für Brot und Getreideerzeugnisse musste um 15,3 % mehr bezahlt werden

und für Gemüse um 15,4 % mehr.

Öle und Fette kosteten um 26,7 % mehr (darunter Butter +36,9 %).

Deutlich weniger stark stiegen die Obstpreise (+5,5 %).

 

Haushaltsenergie: Dynamik lässt etwas nach

Der zu Beginn angesprochene abnehmende Preisdruck bei Strom und Gas bedeutet freilich nicht, dass die Energie schon wirklich billiger geworden wäre. Zum Beispiel Gas: Die Gaspreise stiegen im November im Vergleich zum November 2021 etwas weniger kräftig als noch im Oktober. Aber Gas war im November noch immer um 107,1 % teuerer als im Vorjahr (Oktober: +116,9 %)

Ähnlich war das jetzt auch beim Strom oder Heizöl. Feste Brennstoffe zeigten sich kaum verändert (November: +107,2 %), Fernwärme kostete weiter um 61,2 % mehr.

Auch in der Eurozone gesunkene Inflationsrate

Die Inflation in der Eurozone ist im November von ihrem Rekordniveau aus etwas gesunken. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Der Wert aus der Erstschätzung wurde damit leicht nach oben revidiert. Zunächst war eine Rate von 10,0 Prozent ermittelt worden. Im Vormonat hatte die Teuerung mit 10,6 Prozent ein Rekordhoch markiert.

Nach wie vor steigen die Energiepreise am stärksten, allerdings nicht mehr ganz so kräftig wie noch im Vormonat. Verglichen mit November 2021 lagen sie aber immer noch 34,9 Prozent höher. Die Preise von Nahrungs- und Genussmitteln stiegen ebenfalls deutlich um 13,6 Prozent. Hier verstärkte sich der Preisauftrieb sogar etwas. Die Preise für sonstige Waren erhöhten sich um 6,1 Prozent, Dienstleistungen waren 4,2 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Das Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig zwei Prozent wird nach wie vor klar überschritten. Die EZB hatte am Donnerstag ihr Zinserhöhungstempo verlangsamt und den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Sie stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

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