NEUE ÖSTERREICH WERBUNG (ÖW) GESCHÄFTSFÜHRUNG: WEDDIG

Neue ÖW-Chefin ab Juni: Lisa Weddig

© APA/HERBERT NEUBAUER / HERBERT NEUBAUER

wirtschaft von innen
04/13/2021

Der harte Job der neuen Österreich-Werberin

Was Ex-TUI-Geschäftsführerin Lisa Weddig erwartet. War sie schon vor Ablauf der Bewerbungsfrist eine Fixkandidatin?

von Andrea Hodoschek

Das ging schnell. Am 8. März endete die Ausschreibungsfrist für einen der wichtigsten Tourismus-Jobs. Sechs Wochen später präsentierte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) die neue Chefin der Österreich Werbung. Die 37-jährige Deutsche Lisa Weddig wird am 1. Juni einen der härtesten Jobs im Lande antreten.

Die große Frage in der heimischen Tourismuswirtschaft lautet: Kann Weddig den Job? Köstinger setzt mitten in der größten Krise der Branche auf „eine ganz andere Person“, deren Blick von außen der ÖW guttun werde, wie sie bei der Vorstellung von Weddig sagte. Nach 15 Jahren an der Spitze der ÖW erklärte Petra Stolba, sich nicht mehr um eine Vertragsverlängerung zu bewerben.

Wedding gewann das Rennen gegen 31 Mitbewerber, fünf Kandidaten waren im Hearing. Durchaus möglich, dass Weddig längst fix als ÖW-Chefin gesetzt war. Schon im Februar, also noch vor Ende der Bewerbungsfrist, kolportierten Insider bereits, dass Köstingers Favoritin eine deutsche Managerin sei. Wie man aus der Branche hört, sollen Köstinger und Weddig sehr gut miteinander sein. Der Name Weddig fiel bereits vor den Hearings. Die Ministerin ist Präsidentin der als Verein organisierten ÖW.

„Weddig ist fachlich ausgezeichnet, aber sie wird sich schwertun. Die ÖW ist ein komplett anderes Metier als ein Veranstalter“, meint Tourismusexperte Otto Komarek, Chef des travelexpress. Weddig war zwölf Jahre lang im deutschen TUI-Konzern, zuletzt leitete sie ab 2015 mit einem Kollegen TUI Österreich und war für 650 Mitarbeiter und 700 Umsatzmillionen zuständig.

Dass sich Weddig im Herbst 2019 als TUI-Geschäftsführerin verabschiedete, wird in der Aussendung des Köstinger-Ministeriums nicht erwähnt. Die Konzernzentrale nahm damals ihre Auslandstöchter strenger an die Kandare und Österreich wurde zur Filiale degradiert. Das dürfte der Grund für den Abgang gewesen sein. Ab dann klafft eine Lücke im Karriereverlauf. Der Traum einer im November 2019 begonnenen langen Weltreise wurde 2020 von der Pandemie gestoppt. Einen Job gab’s nicht, Weddig unterrichtete an einer Hochschule in München und beschäftigte sich mit Start-ups.

Helga Freund, Vorständin des Verkehrsbüros, der größten Tourismusgruppe, hat Weddig in ihrer TUI-Zeit als „starke Managerin kennengelernt. Ich bin überzeugt, dass sie eine würdige Nachfolgerin von Stolba ist, die einen guten Job gemacht hat“.

Hochpolitischer Job

Weddig übernimmt einen sehr politischen Job. Neun Bundesländer mit äußerst selbstbewussten Tourismus-Chefs, 90 Destinationen und 1.400 Verbände – miteinander mit rund 100 Millionen Euro weit besser dotiert als die ÖW. Das wird ohne starkes Netzwerk schwierig.

Köstinger gab am Dienstag keine klare Antwort, ob das ÖW-Budget von 50 Millionen heuer wieder um eine Sonderzahlung aufgestockt wird. Auch von Weddig kam bei ihrer Präsentation in der Hofreitschule wenig Konkretes. Die größte Herausforderung sei der Neustart des Tourismus. Ganz wichtig Digitalisierung, auch neue Kooperationen. Österreich sei eines der wichtigsten Urlaubsländer weltweit. Am Ende der Krise zuerst die Nahmärkte, dann die Fernmärkte. Österreich wolle das erste Land sein, dass „wieder voll durchstartet“, assistiert Köstinger. Ja eh, aber alles schon zig-Mal von der ÖW gehört.

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