Wirtschaft
05.12.2018

Der Deal mit der Hypo-Kunstsammlung

Auch die Gironcoli-Skulptur vor der Ex-Hypo-Zentrale in Klagenfurt geht an das Land Kärnten.

Mehr als ein Jahr lang verhandelten Finanzlandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) und die Heta Asset Resolution über den Kunstschatz der Kärntner Hypo. Die Einigung zwischen dem Land und der Abbau-Einheit der Hypo schließt eines der letzten Kapital in der Aufarbeitung der Vergangenheit der Skandal-Bank.

Die Hypo schuldete dem Land noch Haftungsprovisionen für das Jahr 2011. Kärnten haftete für die Verbindlichkeiten der Landesbank Hypo und verrechnete dafür der Bank Provisionen. Die milliardenschweren Haftungen hätten das wirtschaftlich ohnehin schwache Bundesland beim Zusammenbruch der Hypo beinahe in die Pleite gerissen.

Provisionen

Das Land erhält nun von der Heta 9,31 Millionen Euro an Provisionen. An Verzugszinsen waren von 2012 bis 2015 noch 1,55 Millionen Euro angefallen. Stattdessen bekommt das Land nun einen Teil der Kunstsammlung. Genau 246 der insgesamt 382 Objekte von Kärntner Künstlern gehen in den Besitz des Landes über.

Die Hypo-Chefs hatten mit Geldern der Bank über die Jahre eine umfangreiche Kunstsammlung zusammen gekauft, die mehr als 300 Jahre Kärntner Kunstgeschichte dokumentiert. In Fachkreisen wurde argumentiert, das Land sollte die Sammlung ankaufen, um sie in ihrer Gesamtheit zu erhalten. Denn private Käufer würden nur Exponate von Stars wie Bruno Gironcoli, Josef Mikl oder Kiki Kogelnik erstehen und hätten an Bildern von nur regional bedeutenden Kunstschaffenden kein Interesse. Der Gesamtwert der Sammlung bewegt sich laut Gutachtern um die zehn Millionen Euro.

Schlosshotel

60 Objekte, darunter etliche Kogelnik-Bilder, bleiben noch bis 2025 im Schlosshotel Velden und gehen erst dann ins Eigentum des Landes über. Sie waren eine Leihgabe der Hypo an eine Immo-Tochter der Wlaschek-Stiftung, die der Bank das Hotel abgekauft hatte.

Auch die Gironcoli-Skulptur vor der kürzlich verkauften Hypo-Zentrale in Klagenfurt ist im Paket mit dem Land inkludiert. Das Großobjekt ist bis 12. Jänner an die Galerie Thoman verliehen und steht derzeit in Toulouse. Noch nicht geklärt ist die Zukunft des „Medici“-Zyklus, der sechs Tafelbilder des Barockmalers Ferdinand Fromiller umfasst. Können die Fresken nicht mehr öffentlich ausgestellt werden, verzichtet das Land und erhält dafür von der Heta weitere 330.000 Euro.

Für die restlichen 136 Objekte muss die Heta am Kunstmarkt Käufer finden.