Dachfonds soll Lücke bei Finanzierungen schließen
Die Gemeindefinanzen bereiten vielen Kommunen in NÖ Sorgen.
Zusammenfassung
- Geplanter Dachfonds mit bis zu 500 Millionen Euro soll Finanzierungslücke für österreichische Start-ups schließen und startet 2027.
- Fonds investiert in andere Fonds, um vor allem in der Wachstumsphase größere Summen bereitzustellen und europaweit zu investieren.
- Öffentliche Hand und private Investoren sollen Mittel bereitstellen, Pensionskassen zeigen sich abwartend, unabhängiges Management gilt als zentral.
Große Hoffnungen setzen österreichische Start-ups in den von der Regierung geplanten Dachfonds. Die Investitionen in heimische Jungunternehmen waren in den vergangenen beiden Jahren eingebrochen.
Im vergangenen Jahr gingen sie um mehr als die Hälfte auf 253 Millionen Euro zurück. Vor allem in der Wachstumsphase, wenn höhere Summen im zweistelligen Millionenbereich notwendig sind, stoßen österreichische Start-ups auf Hürden bei der Finanzierung. Der Fonds, der in Fonds investiert, soll helfen, diese Lücke zu schließen.
Start 2027
In der Branche hat man bereits heuer mit dem Start des Dachfonds gerechnet. Operativ tätig werden soll er aber erst 2027, wie aus einem Mitte Jänner veröffentlichten Papier der Bundesregierung zur Industriestrategie hervorgeht. Viele Details sind noch offen.
300 bis 500 Millionen Euro soll der Fonds schwer sein, hieß es zuletzt. 50 bis 100 Millionen Euro davon könnten als Ankerinvestment von der öffentlichen Hand, der Rest soll von privaten Investoren kommen.
Um das Vertrauen internationaler Investoren zu gewinnen, sei ein unabhängiges Management des Fonds von zentraler Bedeutung, sagt Business Angel Werner Wutscher. Die Investitionen dürfen sich auch nicht nur auf Österreich beschränken, sondern müssen europaweit möglich sein. Auch um das Risiko zu streuen und entsprechende Renditen zu ermöglichen, wie es in einer vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie heißt.
Pensionskassen im Visier
Im Visier hat man mit dem Dachfonds auch die heimischen Pensionskassen. Die investieren auch schon heute in Start-ups, allerdings nicht in Österreich, wie es aus der Branche heißt. Hannah Wundsam von Austrian Startups ortet jedenfalls eine „gewisse Offenheit“.
Bei den heimischen Pensionskassen gibt man sich noch zurückhaltend. Man müsse die genaue Ausgestaltung des Fonds abwarten, hieß es am Rande eines Pressegesprächs des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen in der WKÖ zuletzt zum KURIER.
In Deutschland sei es durch klare Regeln gelungen, dass institutionelle Investoren über eine Milliarde Euro in Dachfonds investiert haben. Auch in Dänemark oder den Niederlanden funktioniere das Modell, sagt Wutscher: „Die Fonds performen alle sehr gut und haben zu großen Rückflüssen auch an das Finanzministerium geführt. Investition in Innovation ist kein Nullsummenspiel.“
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