Im Schnitt 419 Euro monatlich bei betrieblichen Pensionen

Im Schnitt 419 Euro monatlich bei betrieblichen Pensionen
Die heimischen Pensionskassen haben 2025 eine Performance von 4,88 Prozent erzielt. Bei der Zusatzpension für alle sieht man Diskussionsbedarf.

Zusammenfassung

  • Pensionskassen erzielten 2025 eine Performance von 4,88 Prozent, durchschnittliche Zusatzpension lag bei 419 Euro monatlich.
  • Diskussionen gibt es über den Generalpensionskassenvertrag und die Entnahmemöglichkeiten der Gelder.
  • Forderungen bestehen nach längerer Liegedauer der Gelder und einer Evaluierung der Kapitalgarantie zur Performanceverbesserung.

Der Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen in der WKÖ zeigt sich mit der Performance im vergangenen Jahr zufrieden. Mit einem Plus von 4,88 Prozent bei den Pensionskassen bewege man sich knapp am langjährigen Schnitt von 5,02 Prozent, sagte Fachverbandsobmann Anderas Zakostelsky am Montag bei der Präsentation der Jahresbilanz in Wien.

Hoffnungen setzt man auf den von der Branche seit Jahren geforderten und im  Dezember von der Regierung angekündigten Generalpensionskassenvertrag. Er soll es Beschäftigten ermöglichen, ihre Abfertigung in eine Pensionskasse zu übertragen und daraus eine Zusatzpension zu beziehen. "Wir gehen davon aus, dass er kommen wird", sagte Zakostelsky. Er sieht aber noch Diskussionsbedarf bei den Entnahmemöglichekeiten der Gelder.

Insgesamt veranlagten die acht heimischen Pensionskassen 2025 ein Volumen von 30,6 Mrd. Euro.  Etwas mehr als 1,13 Mio. Personen haben Anspruch auf eine Firmenpension. 939 Mio. Euro wurden an mehr als 160.000 Personen ausgezahlt, die sich in Pension befinden. Im Durchschnitt haben sie 14 Mal im Jahr 419 Euro Zusatzpension bekommen. 

Vorsorgekassen mit Plus von 3,64 Prozent

Die betrieblichen Vorsorgekassen, die die Abfertigung Neu verwalten, schnitten mit einer Performance von 3,64 Prozent etwas schwächer ab. Fachverbandsgeschäftsführer Stefan Pichler verwies auf konservativere Veranlagungsbestimmungen. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt bei der Performance von 2,3 Prozent sprach er dennoch von einem "überdurchschnittlich positiven Wert". 

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2,7 Mrd. Euro von den heimischen Betrieben für die Abfertigung neu eingezahlt. Das Veranlagungsvolumen betrug 23,7 Mrd. Euro. An 500.000 Personen wurden im vergangen Jahr Leistungen ausbezahlt, der größte Teil davon zum Pensionsantritt.

Für längere Liegedauer, gegen Kapitalgarantie

Um die Performance zu verbessern, sprach sich Zakostelsky für eine verpflichtende Verlängerung der Liegedauer der eingezahlten Gelder für die Abfertigung Neu bis zum Pensionsantritt aus. Derzeit können sie etwa  auch bei der Kündigung durch den Arbeitnehmer oder bei einvernehmlicher Auflösung des Arbeitsverhältnisses entnomen werden.  Desto länger die Kassen veranlagen könnten, desto besser sei die Performance, so der Fachverbandsobmann. 

Hebel zur Performanceverbesserung sieht er auch in einer Evaulierung der Kapitalgarantie. In Summe sollte bei beiden Maßnahmen eine Performanceverbesserung von 2,5 Prozentpunkten möglich sein, sagte Zaktostelsky. Gesetzliche Vorgaben in Bezug auf die Kosten der Vorsorgekassen lehnt man ab. 

Bei der von der Regierung geplanten Übertragung der Abfertigung Neu in die Pensionskassen sprach sich Zakostelsky für eine Prüfung der Herausnahmemöglichkeit bei Pensionsantritt aus. Zur Diskussion steht auch die Entnahme in Härtefällen, etwa bei schwerer Krankheit oder längerer Arbeitslosigkeit.

Auch ein automatisches Lebenszyklusmodell, das offensivere Anlagemöglichkeiten für junge Leute und den Wechsel zu ausgewogenen und konservativen Veranlagungen in späteren Lebensphasen vorsieht, befürwortet der Fachverbandsobmann.  

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