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Chinesischer Chip-Riese CXMT mit Rekordbörsengang

Der Halbleiterhersteller legte bei seinem Börsendebüt um 470 Prozent zu. Er soll China helfen, den Abstand zur Konkurrenz aus den USA und Südkorea zu verringern.
FILE PHOTO: Illustration shows CXMT logo and Chinese flag

Zusammenfassung

  • CXMT legte bei seinem Börsendebüt in Shanghai um 470 Prozent zu und stieg mit einer Bewertung von 3,3 Billionen Yuan zum wertvollsten Unternehmen Festlandchinas auf.
  • Der auf DRAM-Speicher spezialisierte Chiphersteller profitierte stark von der KI-Nachfrage, steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal massiv und ist inzwischen der viertgrößte DRAM-Hersteller der Welt.
  • Der Börsengang brachte CXMT mehr als 7,5 Mrd. Euro für Produktion und Forschung ein und unterstreicht Chinas Bemühungen, trotz technologischem Rückstand und US-Exportkontrollen unabhängiger von ausländischen Chips zu werden.

Der chinesische Chiphersteller CXMT hat am Montag ein fulminantes Börsendebüt hingelegt. Die Aktien des Halbleiterfertigers legten in Shanghai zeitweise um mehr als 500 Prozent zu. Die Papiere, deren Ausgabepreis bei 8,66 Yuan (1,12 Euro) lag, notierten zum Handelsschluss bei 49 Yuan (6,36 Euro). 

Mit einem Börsenwert von 3,3 Billionen Yuan (rund 427 Mrd. Euro) stieg CXMT damit auf einen Schlag zum wertvollsten Unternehmen Festlandchinas auf, noch vor der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), die auf den zweiten Platz zurückfiel. Mehr wert ist lediglich der in Hongkong notierte Internetkonzern Tencent, der umgerechnet rund 440 Mrd. Euro auf die Waage bringt.

KI-Speicher

CXMT, das als ChangXin Memory Technologies vor zehn Jahren in Hefei in der ostchinesischen Provinz Anhui gegründet wurde, ist auf die Herstellung von DRAM-Speicher spezialisiert. Die Chips kommen in Computern und Smartphones als Zwischenspeicher von Daten zum Einsatz und sind auch in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) von zentraler Bedeutung. 

Wegen der hohen KI-Nachfrage konnte das außerhalb Chinas kaum bekannte Unternehmen seinen Umsatz im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf umgerechnet rund 6,6 Mrd. Euro mehr als versiebenfachen. Bereits im vergangenen Jahr stieg es nach den südkoreanischen Konzernen Samsung und SK Hynix und dem US-Hersteller Micron mit einem Marktanteil von 7,7 Prozent zum viertgrößten DRAM-Hersteller der Welt auf. 

Hoffnungsträger

Das Unternehmen gilt als Hoffnungsträger der chinesischen Regierung, die viel daran setzt, die Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern und der dazugehörigen Technologie zu verringern. Seit die USA die Exportkontrollen für Chips und Produktionsanlagen verschärft haben, ist dies umso dringlicher geworden. Von staatlicher Seite wurde CXMT massiv unterstützt. Vor dem Börsengang hielten Regierungsfonds mehr als 36 Prozent der Anteile. Das US-Verteidigungsministerium stufte CXMT vor Kurzem sogar als „chinesisches Militärunternehmen“ ein. 

Der Börsengang brachte dem Unternehmen umgerechnet mehr als 7,5 Mrd. Euro ein. Laut dem Börsenprospekt will der Hersteller mit dem Geld seine Produktion ausweiten und Forschung und Entwicklung seiner Chips vorantreiben. Das dürfte auch notwendig sein. Denn technologisch hinkt der Fertiger der Konkurrenz aus Südkorea und den USA hinterher. Vor allem bei Speicherchips für KI-Anwendungen gilt der Rückstand als groß. 

Reger Handel

Der größte Börsengang Asiens im heurigen Jahr löste an der Börse in Shanghai auch einen enormen Handel aus. Insgesamt wurden am ersten Tag CMXT-Aktien im Wert von 141,1 Mrd. Yuan (18,3 Mrd. Euro) umgesetzt. Es war das erste Mal, dass eine einzelne Aktie an einem Tag die 100-Milliarden-Yuan-Grenze beim Handelsumsatz übersprang.  

„Der Appetit der Anleger rührt vor allem daher, dass chinesische Investoren nun eine wichtige Möglichkeit haben, sich am aktuellen Superzyklus für Speicherchips zu beteiligen“, sagte Aktienanalyst Jing Jie Yu vom Analysehaus Morningstar. Aber auch Sorgen über eine Blasenbildung waren zu hören. „Die Aktie ist zu teuer und riecht nach Spekulation“, sagte der Hedgefonds-Manager Yuan Yuwei vom Vermögensverwalter Trinity Synergy.

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