Samsung verdient in drei Monaten so viel wie im gesamten Jahr 2025

Der KI-Boom beschert dem südkoreanischen Elektronikkonzern zum Jahresauftakt einen Rekordgewinn.
Samsung verdient in drei Monaten so viel wie im gesamten Jahr 2025

Zusammenfassung

  • Samsung erzielt dank KI-Boom und gestiegener Speicherchip-Preise im ersten Quartal einen Rekordgewinn von 57,2 Billionen Won.
  • Die Chip-Sparte trägt 95 Prozent zum Gewinn bei, während das Smartphone-Geschäft schwächelt und Analysten einen Absatzrückgang erwarten.
  • Samsung-Aktien steigen nach den Zahlen, doch Unsicherheiten bestehen wegen möglicher Preisgipfel und geopolitischer Risiken.

Samsung profitiert stark von den durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) deutlich gestiegenen Preisen für Speicherchips. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartet der südkoreanische Elektronikkonzern einen operativen Gewinn von 57,2 Billionen Won (rund 33 Mrd. Dollar)

Das ist mehr, als Samsung im gesamten vergangenen Jahr verdiente, und acht Mal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 68 Prozent auf umgerechnet 77 Mrd. Euro. Für das laufende zweite Geschäftsquartal rechnet der Konzern neuerlich mit einem Rekordgewinn. 

Bauboom bei Rechenzentren

Samsung ist der weltgrößte Anbieter von Speicherchips. Durch den Bauboom bei KI-Rechenzentren kann die Branche den Bedarf derzeit nicht decken. Das treibt die Preise in die Höhe. Im ersten Quartal haben sie sich etwa bei Chips für Server fast verdoppelt. Die Chip-Sparte steuerte im zum Jahresbeginn 95 Prozent zum Konzernergebnis bei. 

Handy-Geschäft stockt

Im Smartphone-Geschäft ging der operative Gewinn auf umgerechnet 2,3 Mrd. Euro zurück, allerdings nicht so stark wie befürchtet. Marktforscher erwarten für das laufende Geschäftsjahr in dem Bereich einen Absatzrückgang, weil Konsumentinnen und Konsumenten wegen gestiegener Gerätepreise mit Neuanschaffungen zuwarten. Hinter Apple ist Samsung der weltweit zweitgrößte Anbieter von Smartphones. 

Für die weitere Entwicklung der Samsung-Gewinne sei entscheidend, ob der Konzern langfristige Lieferverträge zu den aktuellen Preisen abschließen könne, sagte der Analyst Ryu Young-ho vom Finanzdienstleister NH Investment.  Denn die Kämpfe im Nahen Osten könnten den Ausbau von Rechenzentren verlangsamen. 

 Daher könnten die Preisaufschläge für Speicherchips ihren Höhepunkt eventuell bereits erreicht haben. Samsung setzt vor allem in seine margenstarken KI-Hochleistungsspeicher  große Hoffnungen. 

Aktie legt zu

An der Börse in Seoul stiegen Samsung-Aktien als Reaktion auf die vorgelegten Zahlen um knapp zwei Prozent. Die Titel des südkoreanischen Rivalen Hynix legten sogar 3,4 Prozent zu. Die in Deutschland notierten Papiere des US-Konzerns Micron gewannen zeitweise vier Prozent

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