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Wirtschaft
01/21/2021

Crowdinvesting lockt trotz Corona mehr Anleger an

Im Vorjahr steckten Kleinanleger 72,3 Millionen Euro in diverse Projekte. Drei Viertel der Gelder fließen in Immobilien.

von Robert Kleedorfer

Vor fünf Jahren wurde Crowdinvesting in Österreich auf eine gesetzliche Basis gestellt. Seit damals erfreut sich diese Art der Veranlagung, bei der viele Menschen (die Crowd) mit jeweils überschaubaren Summen mithelfen wollen, ein Projekt zu realisieren, wachsender Beliebtheit. Der Anstieg war rasant, verlangsamte sich aber im Vorjahr infolge der Pandemie.

So betrug das Plus nur noch 5,6 Prozent auf 72,3 Mio. Euro. Insgesamt wurden 56.403 Investitionen durchgeführt, die durchschnittliche Investitionssumme betrug 2.100 Euro. Andreas Zederbauer, Chef der Investingplattform dagobertinvest, glaubt, dass diese Möglichkeit der Geldanlage heuer wieder mehr Zuspruch haben werde.

„Die Sparkunden erleiden durch null Zinsen eine kalte Enteignung.“ Mit kleinen Beträgen ab 250 Euro könnten sie an Investments teilhaben, die bis zu rund acht Prozent Zinsen im Jahr abwerfen. Zudem würden die Bankenregulierungen immer heftiger werden, so dass Investoren die entstehende Eigenmittellücke mit Hilfe der Crowd schließen.

Drei Viertel der Gelder landen in Immobilienprojekten (gefolgt mit großem Abstand von Nachhaltigkeitsthemen mit 7 Prozent und Gesundheit mit 4 Prozent), die sonst zum Teil nicht realisierbar gewesen wären. In all den Jahren seien schon 304,3 Mio. Euro in rund 750 Projekte geflossen. Davon seien nur 26 Projekte mit 5,1 Mio. Euro ausgefallen. „Das tatsächliche Risiko lässt sich durch eine hohe Diversifikation reduzieren“, so Zederbauer, der über seine Plattform nur Immoprojekte vermittelt. In dem Bereich gebe es die wenigsten Probleme.

EU-Verordnung

Verschieben könnte sich das herrschende Verhältnis in Österreich durch die im Herbst erlassene EU-Verordnung, die es ermöglicht, mit nur einer Konzession - dem Europäischen Pass - in der gesamten EU als Crowdinvesting-Plattform tätig zu sein. Dann könnten durch den Markteintritt von Plattformen aus anderen EU-Ländern andere Bereiche, beispielsweise die Unternehmensfinanzierung und der Bereich der Nachhaltigkeit, stark aufholen, so Sebastian Scholda, Co-Gründer und Geschäftsführer von CrowdCircus. Dabei handelt es sich um eine Meta-Plattform, die alle in Österreich aufgelegten Projekte abzubilden und kategorisieren versucht.

Für die EU-Verordnung gilt eine 12-monatige Übergangsfrist, ab Herbst 2021 wäre dann "der früheste Zeitpunkt", um eine EU-weite Konzession bei der zuständigen Behörde - in Österreich bei der Finanzmarktsufsicht (FMA) - zu beantragen, so Scholda. Zederbauer, der den EU-Pass auch für dagobertinvest beantragen will, rechnet damit, dass es ab November noch weitere drei bis vier Monate dauern werde, bis seine Plattform die Konzession wirklich in der Hand hat und damit agieren könne.

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