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Wirtschaft
04/12/2020

Improvisation auf Hochdruck: So managt Zotter die Krise

Vom Ankauf bis zur Auslieferung: Die Produktion der bekannten Zotter-Schokolade läuft auch in der Krise weiter.

Nicht nur große Konzerne, auch viele österreichische KMU sind globalisiert. In Zeiten des Coronavirus’ ist das gerade für solche Betriebe eine besondere Herausforderung. Die Zotter Schokoladen Manufaktur in der oststeirischen Ortschaft Bergl ist so ein Unternehmen. Zotter ist ein Bean-to-Bar-Produzent, der die Schokolade also von der Kakaobohne weg selbst herstellt.

Die Bohnen kommen aus Mittelamerika. Etwa aus der Dominikanischen Republik. „Die sind vom Virus natürlich voll betroffen“, berichtet Julia Zotter, Junior-Chefin und Tochter von Firmengründer Josef Zotter. Vor allem in den Städten. Dort aber befinden sich die Lager- und Verarbeitungsstätten für die Bohnen. Sollte dort die Arbeit ruhen müssen, geht die Schoko bei Zotter aber nicht aus. Denn man plant langfristig. „Unsere Lager sind für ein Jahr gefüllt“, sagt Julia Zotter.

Vor Corona wurden in Bergl täglich bis zu 60.000 Tafeln Schokolade hergestellt, was inklusive der Trinkschokoladen jährlich rund 600 Tonnen an verarbeiteter Schokolade entspricht.

Produktion läuft

Zotter erzielte mit rund 200 Mitarbeitern zuletzt rund 24 Millionen Euro Umsatz. Beliefert werden große Lebensmittelhändler vor allem aber kleine Geschäfte. Zotter hofft, dass die bald wieder aufsperren dürfen. Bei Zotter in Bergl läuft die Produktion trotzdem reduziert weiter. Auch bei Zotter findet man, dass die Kurzarbeit ein gutes Modell ist. Sie wird schon bereichsweise eingesetzt, allerdings gibt es noch eine 80-prozentige Auslastung durch die Ostersaison. Danach werden zuerst Alturlaube aufgebraucht und Zeitausgleich genutzt. Je nach Entwicklung denkt man dann auch eine Ausweitung der Kurzarbeit an.

Wichtig aber: der Online-Vertrieb boomt. Zotter exportiert weltweit. Bis nach Florida. Den Online-Shop in den USA organisieren Zotters Web-Designer, die dorthin ausgewandert sind. Problem: Die Schokolade wird normalerweise der Frische wegen per Flug in die USA, oder auch nach China, geschickt, aber genau diese Flüge sind momentan massiv eingeschränkt. Zotter: „Die Transportkosten steigen stark, da heißt es momentan abwarten und Lieferungen genau planen.“

Apropos China: 2014 eröffnete Zotter dort das Schokoladen-Theater in Shanghai. Auf 2.400 Quadratmetern können Besucher eine Schokoladen-Erlebniswelt genießen. Die hat noch zu, der Shop und das Kaffeehaus haben offen, berichtet Julia Zotter. Sie ist jetzt in Bergl. Mit der Geschäftsführerin und den Mitarbeitern in Shanghai konferiert sie täglich über WeChat. Sie versucht, alle 20 Mitarbeiter zu halten. Noch dazu, weil die voll engagiert seien. „Es gibt in China ja keine Kurzarbeit wie bei uns.“

Das Minus in Shanghai betrug zuletzt 80 Prozent. Zotter hofft, dass sie bald wieder aufsperren kann. Aber sie ist realistisch. Das Schokoladen-Theater wird hauptsächlich von den Menschen aus Shanghai, und Schulklassen besucht. „Sobald die Schulen wieder aufsperren, werden die Schüler Stoff nachholen müssen und nicht zu uns ins Theater kommen.“ Doch Zotter gibt nicht auf. Denn auch hier boomt der Online-Verkauf.

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