++ ARCHIVBILD/THEMENBILD ++ FLEISCHGROSSMARKT / FLEISCHEREIBETRIEB / FLEISCHEREI / FLEISCHHAUER / METZGER / METZGEREI

© APA/HANS KLAUS TECHT / HANS KLAUS TECHT

Wirtschaft
07/06/2020

Coronafälle: "Gibt keinen Grund, Fabriken zu schließen“

Vertreter der Fleischindustrie erklären, warum kein Versorgungsengpass wie in Deutschland droht

von Simone Hoepke

Aus Sicht der Fleischwirtschaft ist völlig klar, dass die Fabriken offenbleiben, auch wenn sie Corona-Fälle im Haus hatten. „Es gibt keinen sachlichen Grund sie zu schließen“, sagt Anka Lorencz vom Koordinationsbüros Fleischwirtschaft in der Wirtschaftskammer. Schließlich habe die Branche Hygienestandards wie kaum eine andere. „Wenn Sie den Betrieb betreten, müssen sie quasi ein Ganzkörperpräservativ anziehen.“ Also Schutzkleidung von den Schuhen bis zur Kopfbedeckung.

„Im Gegensatz zu deutschen Betrieben haben unsere Unternehmen auch rechtzeitig Krisenpläne erarbeitet“, meint Lorencz.

Bürokräfte infiziert

Übrigens waren in den Betrieben nicht nur Mitarbeiter in der Verarbeitung betroffen, die wegen der kühlen Temperaturen (bis zu 12 Grad) als besonders gefährdet gelten. „Bei der Firma Hubers Landhendl waren zwei Mitarbeiter in der Verwaltung betroffen“, bestätigt der Krisenstab der Landesverwaltung Oberösterreich. „80 weitere Mitarbeiter wurden in der Verwaltung getestet, alle negativ.“

Manchen drängt sich die Frage auf, warum Schulen bei Verdachtsfällen geschlossen werden, Fabriken nicht. Johann Schlederer, Chef der Schweinebörse, bringen solche Vergleiche auf die sprichwörtliche Palme. „Wenn es ein volkswirtschaftliches Problem ist, dass Eltern nicht wissen, was sie mit ihren Kindern machen sollen, haben wir es ja weit gebracht.“ Bei den Fabriken gehe es schließlich um die Verzahnung der Wirtschaft. Aber geht uns das Fleisch aus, wenn ein Großbetrieb zusperrt? „Nein“, sagt Schlederer. Im Gegensatz zu Deutschland ist Österreich kleinstrukturiert und andere Betriebe würden einspringen. „In Deutschland eskaliert die Situation gerade, weil überreife Schweine nicht abgeholt werden können. Jetzt wird klar, dass die Gigantomanie dort auch nicht optimal war.“ Zum Vergleich: In Österreichs großen Schlachthöfen werden bis zu 10.000 Schweine die Woche geschlachtet, im Tönnies-Werk 140.000.

simone hoepke

eine 23degrees Grafik Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine 23degrees Grafik zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte 23Degrees zu.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.