Zu wenige Bewerber in handwerklichen Berufen

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Wirtschaft
03/29/2021

Corona wirbelt den Lehrstellenmarkt durcheinander

Viele offene Stellen in Mangelberufen, aber Zukunftssorgen in der Hotellerie und Gastronomie

von Anita Staudacher

Trotz Corona-Krise werden f├╝r das neue Lehrjahr ab Herbst auch heuer wieder ├Âsterreichweit rund 25.000 Lehranf├Ąnger gesucht. ├ťblicherweise wird ein Drittel davon schon im Fr├╝hjahr vergeben. Doch Pandemie-bedingt ist alles anders. Wegen der gro├čen Verunsicherung melden sich nur halb so viele Bewerber wie in den Vorjahren, berichten die Lehrlingsausbildner.

So hat etwa der Baustoffh├Ąndler Baumit heuer noch 7 offene Lehrstellen in der Metall-, Elektro- und Prozesstechnik sowie Land- und Baumaschinentechnik zu vergeben. ÔÇ×Wir hoffen, dass wir durch die Schnuppertage aus interessierten Sch├╝lern zuk├╝nftige Lehrlinge rekrutierenÔÇť, sagt Baumit-Gesch├Ąftsf├╝hrer Manfred Tisch. So wie er klagen viele Betriebe, insbesondere im Gewerbe und Handwerk, ├╝ber Bewerbermangel. Ein Grund sei die gro├če wirtschaftliche Verunsicherung, die Jugendliche eher in die Schulen bleiben l├Ąsst. Schnuppertage finden ├╝brigens ÔÇô mit Tests ÔÇô weiterhin statt.

Die offizielle Lehrstellenstatistik spiegelt eine abwartende Haltung wider: Ende Februar standen ├Âsterreichweit rund 6.500 Lehrstellensuchende 5.272 sofort verf├╝gbaren, und weiteren 15.000 sp├Ąter verf├╝gbaren, offenen Stellen gegen├╝ber. Im Bundesl├Ąndervergleich konnten einzig Vorarlberg und Nieder├Âsterreich die Zahlen stabil halten, w├Ąhrend die Tourismus-L├Ąnder Tirol und K├Ąrnten herbe Einbr├╝che verzeichnen.

Kein Normalbetrieb

Generell ist die Hotellerie- und Gastronomie noch weit von einem Normalbetrieb entfernt und bremst bei der Neueinstellung. Lehrlinge w├╝rden aber weiter rekrutiert, die Ausbildung laufe ├╝ber Inhouse-Schulungen und Webinare, hei├čt es bei der Hoteliervereinigung (├ľHV). Die Tourismus-Lehrlinge, viele davon in Kurzarbeit, plagen indes Zukunfts├Ąngste. ÔÇ×Viele wissen nicht, ob sie nach Ende ihrer Lehre ├╝bernommen werden und sie bef├╝rchten, dass sich die Krise negativ auf ihre berufliche Zukunft auswirktÔÇť, sagt Sumit Kumar, Bundesjugendsekret├Ąr der Gewerkschaft vida. Die vida-Jugend fordert von der Regierung einen Ma├čnahmenplan, damit Lehrlinge weiter ihren Beruf aus├╝ben k├Ânnen. So k├Ânnten sie vor├╝bergehend in staatsnahe Betriebe oder in die ├╝berbetriebliche Lehre wechseln. anita staudacher

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