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Wirtschaft
12/28/2020

Corona-Pandemie: Hälfte der KMU in Europa zittert ums Überleben

Betriebe in Österreich und Deutschland stehen besser da, jene in Italien und Spanien am schlechtesten.

von Thomas Pressberger

Die Corona-Pandemie hat kleine- und mittlere Unternehmen (KMU) hart getroffen. Viele Betriebe befürchten, dass sie in zwölf Monaten nicht mehr im Geschäft sind, wenn sich die aktuelle Wirtschaftslage nicht deutlich verbessert, besagt eine aktuelle Studie des Unternehmensberaters McKinsey.

Umsatzrückgang

Eine Analyse der Situation für kleinere und mittlere Betriebe in Europa zeigt, dass 70 Prozent geringere Einnahmen wegen der Pandemie verzeichnen. Ein Fünftel befürchtet, dass die Kredite nicht zurückgezahlt werden können und Mitarbeiter entlassen werden müssen. 28 Prozent müssen geplante Projekte wieder einstellen. Die Lage ist in den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Kunst, Entertainment und Freizeit am schlimmsten. Hier müssen beinahe 40 Prozent der Projekte auf Eis gelegt werden.

Wenn die Einnahmen unverändert bleiben, könnte jedes zehnte KMU innerhalb von sechs Monaten und 55 Prozent innerhalb von zwölf Monaten Insolvenz beantragen. Bereits ein Fünftel der europäischen Klein- und Mittelbetriebe haben Staatshilfe beantragt, ein weiteres Drittel plant, dies zu tun. Am schlimmsten ist die Situation in Spanien und Italien. Frankreich und Großbritannien liegen im Mittelfeld, KMU in Ländern wie Deutschland und Österreich geht es laut Studie noch am besten.

Spezifische Situation

Am schwierigsten ist derzeit die Situation in der Fertigungsindustrie und im Tourismus. Noch relativ gut ist die Lage in den Bereichen Pharma und Bau. Österreich befindet sich deshalb in einer sehr spezifischen Lage, sagt McKinsey-Partner Florian Bauer.

Die Beiträge der einzelnen Sektoren sind „im Österreichischen Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu anderen Ländern dort und da über- beziehungsweise unterrepräsentiert.“ Deshalb seien KMU in den einzelnen Branchen, und Regionen verschieden heftig betroffen.

Besonders stark vertreten im BIP ist zum Beispiel der Tourismus, weniger ausgeprägt ist die Pharmaindustrie. So würden laut Bauer Hotels und Restaurants im Westen mehr zum BIP beitragen, einzelne Täler würden sogar zu einem großen Teil vom Tourismus leben. Nicht nur Tourismusbetriebe seien von der Krise betroffen, sondern auch deren Zulieferer, wie Tischlereien oder Großmetzgereien.

Innovation als Rettungsanker

In den anderen in der Studie untersuchten Ländern würden auch die Staatshilfen weniger greifen, meint Bauer. In Österreich würden zwei Drittel der Betriebe darauf zurückgreifen, in anderen Ländern sei es oft nur die Hälfte davon. Dort könnte es bald zu Problemen kommen.

Eine der Stärken Österreichs ist laut Bauer die Innovationsleistung. „Es gibt viele Hidden Champions, die Produkte sind oft nicht die günstigsten, aber sie haben eine hohe Qualität.“ Und das könne ein Vorteil in der Krise sein. Österreichs wichtigster Handelspartner Deutschland steht unter allen analysierten Ländern am besten da, sagt McKinsey-Partner Niko Mohr. Das liege vor allem daran, dass die deutsche Wirtschaft sehr breit und ausgewogen aufgestellt sei.

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