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Wirtschaft
02/11/2020

Britische Wirtschaft stagniert: Brexit bremst Kauflaune der Bürger

Statistikamt ONS: Das vierte Quartal 2019 brachte Stagnation gegenüber dem Vorquartal - Wachstum schwach wie 2012.

Die Brexit-Unsicherheit hat die britische Wirtschaft Ende 2019 ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte zwischen Oktober und Dezember zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Zum Vorjahresquartal ging es um 1,1 Prozent bergauf und damit so langsam wie seit Anfang 2018 nicht mehr. Ein schwächeres Wachstum gab es zuletzt Mitte 2012. Auch der private Konsum blieb so schwach wie seit vier Jahren nicht mehr.

„Dies ist eine schmutzige Zahl, die den wahren Eindruck von der Leistung der britischen Wirtschaft vermittelt, die durch die Wahl vom 12. Dezember verschleiert wurde“, sagte Jeremy Thomson-Cook, Chefökonom beim Zahlungsanbieter Equals Group. Nach dem klaren Wahlsieg von Premierminister Boris Johnson signalisierten die jüngsten Konjunktur-Daten allerdings mehr Optimismus.

Restrisiko für Chaos-Brexit

Großbritannien hat Ende Jänner die EU verlassen. Nach der Trennung müssen Großbritannien und die Europäische Union nun ihre künftigen Beziehungen klären - etwa im Handel. Johnson hat angekündigt, dass seine Regierung die dazu vorgesehene Frist bis Ende des Jahres nicht verlängern wird.

Damit bleibe für Märkte, Verbraucher und Unternehmen das Risiko eines ungeordneten Brexits zum Jahresende bestehen, sagte Analyst Kallum Pickering
von der Berenberg Bank.Ende 2019 zeigte sich der private Konsum, der die Wirtschaft lange angekurbelt hat, mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent so schwach wie seit vier Jahren nicht mehr.

Die Investitionen sackten um ein Prozent ab - so stark wie zuletzt Ende 2016. Auch Industrie-Daten boten ein trübes Bild. So drosselten die Betriebe im Ende 2019 ihre Produktion um 2,5 Prozent zum Vorjahresquartal - so stark wie zuletzt im dritten Quartal 2013.

Bank of England ist alarmiert

Ende Jänner hielt die britische Notenbank (BOE) ihr geldpolitisches Pulver trocken und änderte den Leitzins unmittelbar vor dem EU-Austritt nicht. Die Währungshüter verwiesen auf ein Anziehen der Konjunktur, nannten die Erholung aber fragil. Die Bank of England ließ auch die Tür für eine Lockerung offen: Sollte sich die Belebung der Wirtschaft nicht als nachhaltig erweisen, könne ein Anschub durch die Geldpolitik nötig werden.

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