Wirtschaft
12.04.2018

Börsennotierte Pharmafirma Sanochemia hat massiven Ärger mit der Arzneibehörde

Die Medizin-Inspektoren haben Sanochemia die Bewilligung für die Herstellung bestimmter Arzneimittel und für die Kontrolle dieser Produkte entzogen.

Bewilligungsentzug.Beim börsennotierten Wiener Pharmaunternehmen Sanochemia, das 158 Mitarbeiter in zwei Werken in Neufeld an der Leitha beschäftigt, ist derzeit Feuer auf dem Dach. Am Donnerstag ist der Aktienkurs zwischendurch um bis 9,62 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen einräumen musste, dass bei der Arzneimittel-Produktion Beanstandungen durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) aufgetreten sind. Sanochemia will erst kürzlich durch Zufall davon erfahren haben.

„Es geht um Produkte, die wir in Lohnfertigung für andere Unternehmen herstellen“, sagt Sanochemia-Sprecherin Bettina Zucchato zum KURIER. „Es geht nicht um unsere Röntgenkontrastmittel.“

Fakt ist, dass die Inspektoren des BASG am 11. Dezember des Vorjahres eine Inspektion im Werk 1 von Sanochemia in Neufeld durchführten. Vier Tage später legten die Prüfer ihren Erstbericht vor. Die Inspektoren haben Sanochemia die Bewilligung für die Herstellung bestimmter Arzneimittel und für die Kontrolle dieser Produkte entzogen.

Behörde ist sauer

„Die Aussage, dass Sanochemia keine Kenntnis von den gesetzten Maßnahmen hatte, ist unrichtig“, teilt die Gesundheitsbehörde BASG mit. „Richtig ist, dass der Sachverhalt mit Sanochemia mehrfach intensiv erörtert wurde.“ So soll der Entzug der Bewilligungen in Absprache mit Sanochemia getroffen worden sein.

Doch beim BASG ist ein weiteres Inspektionsverfahren zu Sanochemia anhängig. Der Prüfauftrag für das Werk 2 von Sanochemia wurde erst Ende März 2018 erteilt. Es wurde aber offenbar noch keine Inspektion durchgeführt. Sanochemia wartet nun auf den schriftlichen BASG-Bescheid. In der Zwischenzeit wurde die beanstandete Lohnproduktion ausgelagert.