Bittere Pleite der Betreiberin eines bekannten Schloss-Hotels samt Restaurant
Insolvenz im Burgenland (Symbolbild)
„Unser Schloss Hotel verbindet Geschichte mit modernem Komfort und bietet eine charmante Mischung aus Tradition und herzlicher Gastfreundschaft. Ob Seminare, Hochzeiten oder erholsame Ferien – unser Schloss Hotel bietet flexible Räumlichkeiten, moderne Annehmlichkeiten und eine kundenorientierte Atmosphäre für erfolgreiche Veranstaltungen und unvergessliche Erlebnisse“, heißt es auf der Homepage. „Tauchen Sie ein in die wunderbare Atmosphäre des Schlosses Zeillern und genießen Sie die herzliche Gastfreundschaft, die Ihren Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.“
Die Rede ist von der Schloss Hotel Zeillern Betriebs GmbH mit Sitz in Zeillern im Mostviertel. Sie hat laut Creditreform ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. 29 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Offen sind die Löhne und Gehälter seit Februar.
Der Hintergrund
Die schuldnerische Gesellschaft hat das Hotel samt Restaurant von der Gemeinde Zeillern gepachtet, das zuvor von der Gemeinde renoviert und als Hotel ausgebaut worden ist. Anfangs erwirtschaftete die Betreiberin einen kalkulierten Verlust in Höhe von 120.000 Euro. Der Verlust wurde durch die Gesellschafter abgedeckt.
„Im Jahr 2025 zeigte sich sodann, dass durch eine unrichtige Buchung des Steuerberaters in der Lohnverrechnung Verbindlichkeiten zunächst nicht aufschienen. Als dieser Irrtum im Herbst 2025 hervorkam, wurden mit Ratenvereinbarungen, Erstellung eines neuen Budgetplanes, sowie Reduktion der Mitarbeiter Sanierungsmaßnahmen gesetzt. Die Gesellschafter haben nochmals Eigenkapital der Gesellschaft zugeführt“, heißt es im Insolvenzantrag.
Und weiters heißt es: „In dieser ohnehin bereits angespannten Lage kam es im Frühjahr 2026 zu Umsatzeinbrüchen, da geplante Großgruppen zur Gänze ausfielen. Dadurch lag das Budget, insbesondere im Monat März 2026 unter der Planrechnung. Weiters kam es auch im Restaurantbetrieb im Frühjahr 2026 zu Umsatzrückgängen.“ Es sei damit nunmehr Zahlungsunfähigkeit und eine insolvenzrechtliche Überschuldung eingetreten.
Schulden und Vermögen
Die Aktiva bestehen aus einem Kassaguthaben in Höhe von 14.000 Euro, offenen Kundenforderungen in Höhe von 39.000 Euro und der Geschäftseinrichtung mit einem Buchwert in Höhe von 129.000 Euro.
Die Passiva betragen 717.000 Euro, davon entfallen 292.000 Euro auf Lieferanten, 182.000 Euro auf die Dienstnehmer, 129.400 Euro auf eine Bank, 64.000 Euro auf die ÖGK, 33.000 Euro auf die Gemeinde zeillern und 30.000 Euro auf das Finanzamt..
Die Sanierung
„Da Sanierungsmaßnahmen bereits gesetzt wurden, sowie weiters eine Auslastung für die nächsten Monate vorliegt, ist eine positive Fortführung des Unternehmens möglich“, heißt es weiters. „Es wurde ein aktualisierter Budgetplan erstellt, der dem Insolvenzverwalter nach der Bestellung umgehend vorgelegt werden kann. Die Schuldnerin beabsichtigt daher, das Unternehmen fortzuführen und bietet den Gläubigern den Sanierungsplan an.“
Die Finanzierung der Sanierungsplanquote mit 20 Prozent Quote soll aus „den Erträgen des Unternehmens erwirtschaftet werden
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