Millionenpleite des bekannten Sahne-Erzeugers QimiQ

Der Betrieb soll fortgeführt und den Gläubigern ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten werden.
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„QimiQ ist die weltweit erste Sahne-Basis zum Kochen und Backen und eignet sich hervorragend für die kalte und warme sowie für die pikante und süße Küche. QimiQ ist ein Naturprodukt und besteht aus 99 % heimischer Sahne und 1 % Speisegelatine (Rind). Die Milch, die für die Verarbeitung verwendet wird, stammt ausschließlich von Kühen aus dem Salzburger Land. Die 1 % Gelatine sorgt für die Standfähigkeit vom Produkt und erleichtert dadurch die Zubereitung“, heißt es auf der Homepage. „Neben QimiQ Classic, QimiQ Classic Vanille, QimiQ Sahne-Basis, QimiQ Whip, QimiQ Tiramisu und QimiQ Vegan gehört zum Unternehmen auch die QimiQ-Marinade Basis zum Einlegen von Fisch, Fleisch und Meeresfrüchten.“

Über das Vermögen der QimiQ Handels GmbH, FN 215176k, mit Sitz in Hof bei Salzburg ist heute am Landesgericht in Salzburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Das bestätigt Günther Moser vom Österreichischen Verband Creditreform dem KURIER. Drei Mitarbeiter sind betroffen.

Die Schuldnerin vertreibt QimiQ-Produkte. Hierbei handelt es sich um eine natürliche und schnittfeste Sahne-Basis (Sahne u. Speisegelatine) mit nur 15 Prozent Fett zum Kochen und Backen, sowie eine vegane Sahne-Alternative, heißt es weiters. „Diese Produkte sind in der Küche vielfältig einsetzbar (u.a. für Tiramisu, Cremes, Saucen od. Tortenfüllungen). 

Der Hintergrund

“Abnehmer gibt es genügend. Neben den großen Supermarktketten bestehen auch langfristige Geschäftsbeziehungen mit Hotels, Restaurants und Catering-Unternehmen", so Creditreform. “Die hohe Inflation im letzten Jahr hat die Schuldnerin in finanzielle Turbulenzen gebracht. Weltweite Milchpreissteigerungen haben die Produktionskosten explodieren lassen, das konnte nicht 1:1 an den Handel und die Konsumenten in Form von Preiserhöhungen weitergegeben werden.„ Zahlungsausfälle bei Großkunden und ein verhängter Auslieferstopp durch die SalzburgMilch GmbH Anfang 2026 seien dann nicht mehr zu kompensieren gewesen.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten machen rund 8,66 Millionen Euro aus. Von der Insolvenz sind 159 Gläubiger betroffen. "Das Anlagevermögen umfasst überwiegend die EDV-Ausstattung, die Betriebs- und Geschäftsausstat-tung, Entwicklungskosten sowie bauliche Investitionen in den Showroom", so der AKV. "Der Gesamtbuchwert des Anlagevermögens liegt bei rund 1,38 Millionen Euro der geschätzte Liquidationswert jedoch nur bei etwa 130.500 Euro. Das materielle Umlaufvermögen ist laut Angaben im Eröffnungsantrag quasi wertlos.

Die Zukunft

Der Betrieb soll fortgeführt und den Gläubigern zur Entschuldung ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten werden. 

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