Die Firmengruppe Pan&Co mitsamt der Traditionsbäckerei Ring war am Dienstag pleitegegangen (Symbolbild).

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Bäckereien
06/12/2015

Bäckerei-Pleite: Pan & Co.wird fortgeführt

Lebensmittelketten zahlen Teigling-Lieferungen per Eilüberweisung, Bank gewährt Drei-Millionen-Rahmen.

von Kid Möchel

Drei Tage nach der Mega-Pleite der oberösterreichischen Ring-Bäckerei und weiterer sieben Back-Unternehmen der Familie Wolfgang Hofer gibt es bereits Licht am Ende des Tunnels - zumindest für einen Teil der Firmengruppe mit 70 Mitarbeitern. Der Linzer Insolvenzverwalter und Sanierungsanwalt Thomas Kurz von der Kanzlei Haslinger Nagele, der die vier Insolvenzverfahren Success Marketing, Eurocool Logistik, Blaschke Konditorei und Backstube Produktions GmbH abwickelt, hat nicht nur eine Million Euro als Sockelfinanzierung von der Oberbank aufgestellt, sondern sogar einen Finanzierungsrahmen von insgesamt drei Millionen Euro erhalten.

Im Gegenzug werden Forderungen an die Bank zediert. Je höher die laufenden Einnahmen desto mehr Liquidität wird den angeschlagenen Unternehmen, die unter der Marke Pan & Co firmieren, von der Hausbank zur Verfügung gestellt.

„Der Durchbruch ist geschafft und die Pan&Co-Gruppe wird fortgeführt“, sagt Masseverwalter Kurz im Gespräch mit dem KURIER. „Der Drei- Millionen-Euro-Rahmen ist eine Liquiditätsspritze und ein Sicherheitspuffer, denn ich hoffentlich nie ausnützen muss.“ Nachsatz: „Meine Firmenstruktur ist auf jeden Fall überlebensfähig. Ziel ist es, die Gruppe an einen neuen Eigentümer zu verkaufen.“

Spar, Lidl und Anker

Die Pan&Co-Gruppe liefert laut Insolvenzverwalter Kurz vor allem Teiglinge an die Backstuben der Lebensmittelhandelsketten Spar, Lidl, aber auch an Anker Brot. „Wir beliefern die Teiglinge mit Sublieferanten und einer ausgefeilten Logistik“, sagt Kurz. “Das System läuft gut und funktioniert. Nur der Liquiditätsbedarf der Ring-Bäckerei hat dazu geführt, dass auch meinen Unternehmen das Geld ausgegangen ist.“

Kurz hat alle zu beliefernden Lebensmittelketten persönlich angerufen, und hat ihnen mitgeteilt, dass die bisherigen Zahlungsfristen von 30 Tagen nicht aufrechterhalten werden können. Dem Vernehmen nach zahlen Spar & Co nun per Eilüberweisung. Denn: Die Lebenmittelketten benötigen die Teiglinge, weil vor allem Brot & Gebäck für gute Erträge sorgen.

"Die Kunden haben es mir durch die tollen kurzfristigen Zahlungsziele ermöglicht, den Betrieb fortzuführen", sagt Kurz zum KURIER. "Auch die Oberbank hat schnell und unbürokratisch reagiert." Auch die Lieferanten gewähren Sonderkonditionen bei der Bezahlung.

Insolvenzfall Ring-Bäckerei

Der zweite Masseverwalter Norbert Mooseder ist für die Insolvenzen von Ring-Die Bäckerei, Salzkammergut Bäckerei und der P&C Kaffee Vertriebs GmbH zuständig. Diese Unternehmen haben rund 400 Mitarbeiter. Das Filialnetz von Ring (rund 46 Standorte) und die Produktionsstätte der Salzkammergut Bäckerei werden bis Ende Juni oder Anfang Juli weitergeführt, sagte der Anwalt zur APA. Parallel arbeite er an der Verwertung. Es gebe zwar bereits mehrere Interessenten, noch sei aber völlig unklar, ob es zu einer Aufsplittung kommen werde oder nicht.

Bei P&C wird für das Cup&Cino-Kaffeehaus in Linz ein Käufer gesucht, drei andere Franchisenehmer dieser Kette sollen auf eigene Faust weitermachen können. Für den dritten Teilbereich der P&C, den Handel mit Kaffee, Kaffeemaschinen und -zubehör, soll ebenfalls ein Käufer gefunden werden, erklärte Mooseder.

Was passiert mit Arbeitsplätzen?

Offen ist auch noch die Frage der Arbeitsplätze: "Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Dienstnehmer wieder in der gleichen Branche beschäftigt sein wird", ob 50, 80 oder 100 Prozent könne man aber noch nicht sagen, sagte Mooseder. Am Dienstag findet eine Gläubigersitzung statt. Dort will er sich seine Pläne absegnen lassen.

Die Firmengruppe Pan&Co mitsamt der Traditionsbäckerei Ring war am Dienstag in die Pleite geschlittert, in Linz und Salzburg wurden insgesamt acht Insolvenzanträge gestellt. Es handelt sich um die bisher größte Insolvenz des heurigen Jahres.

Wie der KURIER berichtete, hat die Witwe des Ende 2014 verstorbenen Mehrheitseigentümers Wolfgang Hofer, großes Interesse daran, dass die Firmengruppe überlebt und an einen potenziellen Interesssenten verkauft wird.

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