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Wirtschaft
11/08/2021

Auf der nachhaltigen Suche nach Goldadern

Der Abbau des Edelmetalls verursacht oft Umweltschäden. Es gibt aber Alternativen, die Veranlagen mit grünem Gewissen ermöglichen.

von Robert Kleedorfer

Noch schlummern Studien zufolge rund 54.000 Tonnen Gold unter der Erde. Die leicht erschließbaren Vorkommen (rund 200.000 Tonnen) sind im Laufe der Menschheitsgeschichte längst abgebaut worden. Für den Rest benötigt es immer größere Kraftanstrengungen. Und damit einhergehend einen immensen Raubbau an der Natur.

„Rohstoffe tun sich mit dem Thema Nachhaltigkeit massiv schwer“, sagt Robert Löw, Vorstandschef der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) in Österreich. „Denn bei Abbau, Transport, Schmelzen und Verarbeiten entstehen hohe Emissionen.“ Und in vielen Ländern gebe es im Zusammenhang mit Gold Geldwäsche, Kinderarbeit sowie Missachtung von Menschenrechten und Umweltschutz.

Krisenschutz

„Gold hat in der Vermögensverteilung einen Stellenwert, vor allem in Krisenzeiten“, sagt Löw. Aber für eine zunehmende Zahl an Kunden nicht um jeden Preis, womit er nicht den aktuell hohen Goldkurs meint, sondern die Opfer, die für den Goldabbau gebracht werden müssen.

Der LLB Gold Fonds will all die genannten Aspekte berücksichtigen und investiert laut Angaben ausschließlich in nachhaltiges Gold. Das heißt u.a., verminderter Chemikalieneinsatz, minimalster CO2-Ausstoß, Einhaltung von Menschenrechten und keine Kinderarbeit.

„Das Gold stammt somit grundsätzlich aus Minen in Nevada, Kanada und Australien, nicht aus Südamerika oder Afrika“, so Löw. Mit der Schweizer Gießerei Valcambi habe die LLB einen Partner gefunden, der diese Standards erfüllt. „Die gesamte Wertschöpfungskette wird von externen und unabhängigen Firmen überwacht“, sagt der Banker.

Wasserverbrauch

Weiters versuche Valcambi, laufend Verbesserungen in der Abbau- und Produktionskette zu erzielen. Neben weiteren CO2-Einsparungen sei dies auch das Einsparen von Wasser. So konnte der Verbrauch laut Löw von 2016 bis 2019 um 75 Prozent reduziert werden. „Man darf sich aber nicht der Illusion hingegeben, dass in absehbarer Zeit Klimaneutralität bei Abbau und Erzeugung möglich ist“, schränkt Löw ein.

Die LLB empfiehlt 5 Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Der Gold Fonds ist mit dem physischen Edelmetall hinterlegt, das in den Tresoren der LLB-Zentrale in Vaduz lagert. Er notiert für Kleinanleger in Schweizer Franken (Achtung: doppeltes Währungsrisiko, da Gold selbst in Dollar notiert).

Ein Fondssparplan (ab einem Anteil zu aktuell umgerechnet rund 84 Euro) ist möglich. Die Kaufgebühr beträgt 0,5 Prozent, die jährlichen Kosten 0,4 Prozent. „Es gibt Überlegungen, weitere grüne Rohstofffonds aufzulegen“, so Löw. robert kleedorfer

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