Wirtschaft 05.12.2011

AUA sieht Indien-Flüge bedroht

Sollte es eine dauerhafte Aufstockung der Emirates-Flüge nach Wien geben, könnte die Austrian-Langstrecke schrumpfen.

Bei der AUA ist die Unruhe groß: Ein neues Flugabkommen zwischen Österreich und dem Emirat Dubai könnte die Lufthansa-Tochter massiv in die Bredouille bringen. Auf das neue Abkommen drängt die Fluglinie Emirates, die nur auf Grundlage einer befristeten Bewilligung (bis Ende Oktober) im März ihre Flüge nach Wien von sieben auf 13-mal aufgestockt hat.

Mit dem Abkommen soll dies eine Dauerlösung werden. Dazu verhandelten am Mittwoch und Donnerstag das österreichische Verkehrsministerium in Dubai mit örtlichen Regierungsvertretern. Die Gespräche, die laut Ministerium sehr konstruktiv und in einem freundlichen Rahmen abgelaufen sein sollen, wurden ergebnislos auf den frühen Herbst vertagt. Damit geht auch das Lobbyieren der beiden Airlines in die nächste Runde.

Defizitär

Die AUA kämpft seit der Aufstockung mit einer sinkenden Auslastung der Langstrecken nach Asien. Insbesondere die Ziele in Indien (Mumbai und Delhi) sind laut AUA-Vorstand Peter Malanik bedroht. "Sie könnten defizitär werden." Konkrete Einbußen wollte er nicht beziffern. Emirates ziele insbesondere auf Business- und gehobene Economy-Class-Kunden. "Das bringt die Rentabilität unter Druck." Da zwei Drittel der AUA-Passagiere Transferkunden seien, würden mit jeder eingestellten Langstrecke auch drei bis vier Destinationen in Europa ins Wanken geraten.

"Die Emirates bringt die AUA nicht um", beschwichtigt Malanik. Dennoch pocht er weiter auf eine Fairness-Klausel in dem Abkommen, andernfalls dürfe es keine Aufstockung geben. "Die von Emirates-Chef Tim Clark herangezogene EU-Wettbewerbsklausel ist rudimentär und zahnlos", ergänzt AUA-Sprecher Martin Hehemann. Er ortet insbesondere in der Allianz aus staatlichem Flughafen und Airline eine nicht wettbewerbskonforme Verbindung. "Das gibt es in ganz Europa nicht mehr. Emirates ist ein Flugsaurier, der mit Anabolika hochgepäppelt wird." Emirates sieht, wie berichtet, keinen Grund für eine solche Klausel.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011