© Austrian Airlines Tal Muscal

Wirtschaft
05/03/2019

AUA setzt große Hoffnungen auf Nordamerika

Langstrecke wird auf USA und Kanada fokussiert, aber neue Flugzeuge rücken in weite Ferne

Die Ergebnisse der AUA bieten ein sehr differenziertes Bild. In Europa treiben die Billig-Airlines die Lufthansa-Tochter, wie berichtet, tief in die roten Zahlen. Auf der Langstrecke dagegen gibt es kaum Low-Cost-Konkurrenz, diese Destinationen bringen Wachstum.

Die AUA hat ihr Langstrecken-Netz neu ausgerichtet. Etliche touristische Destinationen wurden gestrichen, die dadurch frei gewordenen Kapazitäten werden auf den Nordatlantik-Routen eingesetzt. Das Angebot in die USA wurde ausgebaut, seit 29. April hebt die AUA im Rahmen eines Joint Ventures mit Air Canada nach Montreal ab. Der Sommerflugplan wurde auf 53 Flüge pro Woche nach Nordamerika aufgestockt.

Die zweitgrößte Stadt Kanadas soll für das schwierige Jahr 2019 einen neuen Passagierrekord von knapp 15 Millionen Fluggästen bringen, hofft AUA-Finanzvorstand Wolfgang Jani. 55 Prozent der Montreal-Passagiere dürften das Drehkreuz Wien für den Transfer nutzen.Vor allem für Weiterflüge nach Teheran, Tel Aviv oder Athen. Die AUA hat ein Joint Venture mit Air Canada gegründet. Die Kanadier haben die Strecke WienToronto übernommen.

Für neue Langstrecken-Flugzeuge und eine Harmonisierung der AUA-Flotte heißt es allerdings nach wie vor „bitte warten“. Die Rentabilität der AUA ist für die Konzernmutter Lufthansa nach wie vor zu niedrig. Erst recht, wenn sich die Bilanz 2019 wegen der Billig-Konkurrenz und steigender Treibstoffpreise deutlich verschlechtern wird. Die um die 20 Jahre alten zwölf Boeings seien technisch jedoch in tadellosem Zustand, sagt Jani. Ein Vorteil sei auch, dass die Maschinen bereits abgeschrieben sind.

Gut verkauft sich die neue Premium Economy, das Produkt zwischen der Holzklasse und der Business Class. Die Passagiere würden vor allem aus der Economy upgraden und nicht von der Business absteigen, erklärt Jani.

Tourismus

Der Wien-Tourismus setzt ebenfalls Hoffnungen auf Kanada. Viele US-Amerikaner würden Montreal zudem als Startflughafen für Europaflüge nutzen. Christian Lassnig, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Kanada, rechnet vor allem für Wien, Tirol und Salzburg mit neuen Gästen aus Kanada.

Obwohl sich die Konjunktur zuletzt etwas abgekühlt hat und das Wachstum zuletzt nur bei 1,8 Prozent lag, ortet Lassnig in Kanada gute Chancen für Österreichs Exportwirtschaft. Rund 130 heimische Firmen sind derzeit mit Niederlassungen direkt vor Ort. Im Vorjahr stiegen die heimischen Exporte auf den Rekordwert von 1,225 Milliarden Euro.

Der Großraum Montreal hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Standort der kanadischen Luftfahrt-Industrie entwickelt. In der Außenhandelsstatistik Österreichs mit Kanada sind Teile für die Luftfahrt an erster Stelle.
 FACC begann 2004 mit der Zulieferung für Learjets und gründete 2006 in Montreal eine Niederlassung. 65 Mitarbeiter verarbeiten die Komponenten, die aus Österreich angeliefert werden. FACC baut alles ein, außer Cockpits, Sitze und Teppiche. Im  Vorjahr gab es einen Großauftrag von Pratt & Whitney Canada über Rotorblatt-Gehäuse für Triebwerke. Für Bombardier werden Seitenruder geliefert. FACC will die Präsenz in Montreal weiter ausbauen.
F/LIST, Innenausstatter für Business- und Privatjets, startete erst im Mai 2018 mit einer Produktion in Montreal, unweit vom FACC-Standort. Das Werk ist auf die Herstellung von Furnieren für die Innenausstattung von Business- und Privatjets spezialisiert. Außerdem werden für Großraumflugzeuge maßgefertigte Einzelprojekte umgesetzt.  

Luftfahrtzentrum Montreal

Der Großraum Montreal hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Standort der kanadischen Luftfahrt-Industrie entwickelt. In der Außenhandelsstatistik Österreichs mit Kanada sind Teile für die Luftfahrt an erster Stelle.

 FACC begann 2004 mit der Zulieferung für Learjets und gründete 2006 in Montreal eine Niederlassung. 65 Mitarbeiter verarbeiten die Komponenten, die aus Österreich angeliefert werden. FACC baut alles ein, außer Cockpits, Sitze und Teppiche. Im  Vorjahr gab es einen Großauftrag von Pratt & Whitney Canada über Rotorblatt-Gehäuse für Triebwerke. Für Bombardier werden Seitenruder geliefert. FACC will die Präsenz in Montreal weiter ausbauen.

F/LIST, Innenausstatter für Business- und Privatjets, startete erst im Mai 2018 mit einer Produktion in Montreal, unweit vom FACC-Standort. Das Werk ist auf die Herstellung von Furnieren für die Innenausstattung von Business- und Privatjets spezialisiert. Außerdem werden für Großraumflugzeuge maßgefertigte Einzelprojekte umgesetzt.  

Die Reise nach Montreal erfolgte auf Einladung der AUA.